WFP-Bericht: Konflikt beeinflusst Lebensmittelpreise an Kambodscha-Grenze

WFP-Bericht: Konflikt beeinflusst Lebensmittelpreise an Kambodscha-Grenze

Das Welternährungsprogramm (WFP) hat kürzlich einen Marktbeobachtungsbericht veröffentlicht, der erhebliche Schwankungen bei den Kosten eines grundlegenden Lebensmittelkorbs (Basic Food Basket – BFB) in fünf Provinzen entlang der kambodschanisch-thailändischen Grenze aufzeigt. Trotz des anhaltenden Konflikts und der Unsicherheit haben diese Märkte dem Bericht zufolge eine starke Widerstandsfähigkeit und eine stabile Verfügbarkeit wesentlicher Güter bewiesen.

Der Marktfunktionalitätsindex (MFI) des WFP, der die Marktleistung anhand von Warenangebot, physischer Verfügbarkeit, erschwinglichen und stabilen Preisen sowie der Widerstandsfähigkeit der Lieferkette bewertet, zeigte bis Oktober 2025 eine deutliche Erholung der Nachfrage. Die Bewertung umfasste die Provinzen Preah Vihear, Oddar Meanchey, Banteay Meanchey, Battambang und Pursat. Der BFB, pro Person berechnet, umfasst häufig konsumierte Artikel wie Reis, Schweinefleisch, Fisch, Eier, Wasserspinat, Süßkartoffeln und Pflanzenöl.

Die Überwachung ergab deutliche lokale Inflationsdrücke, die wahrscheinlich mit konfliktbedingten Störungen und Lieferkettenengpässen zusammenhängen. Die Provinz Oddar Meanchey, die die zweithöchsten BFB-Ausgaben verzeichnete, erlebte Mitte des Jahres einen starken Preisanstieg, gefolgt von einer starken Erholung bis Oktober, was auf eine höchst volatile Marktsituation hindeutet. Insgesamt sanken die durchschnittlichen BFB-Kosten in den fünf Provinzen von März bis Oktober 2025 im Vergleich zum Vorjahr 2024.

Preissenkungen für Mischreis, Schlangenkopffisch, Wasserspinat und gelbfleischige Süßkartoffeln federten die gestiegenen Kosten für Pflanzenöl und fettes Schweinefleisch ab. Die UN-Organisation betonte, dass diese Senkungen nicht unbedingt eine verbesserte Erschwinglichkeit widerspiegeln, sondern vielmehr mit einer verminderten Konsumentenaktivität, Marktstörungen und humanitärer Hilfe während der Grenzspannungen, insbesondere in Preah Vihear und Oddar Meanchey, korrespondieren. Die BFB-Kosten erreichten im August ihren Tiefpunkt und fielen im Jahresvergleich um 11 Prozent, bevor sie sich im Oktober erholten, als vertriebene Familien zurückkehrten und die Nachfrage stieg.

Preah Vihear meldete durchweg die höchsten BFB-Kosten, die im Mai mit einem Anstieg von fünf Prozent im Jahresvergleich ihren Höhepunkt erreichten. Im Gegensatz dazu verzeichneten Battambang, Pursat und Banteay Meanchey einen allmählichen Rückgang oder eine relative Stabilität der Lebensmittelkorbkosten. Diese unterschiedlichen Trends in den Provinzen unterstreichen die ungleiche Auswirkung der Grenzspannungen auf die lokalen Märkte und betonen die Notwendigkeit provinzieller Überwachung und maßgeschneiderter Interventionen zur Ernährungssicherung.

Anfang 2025 blieben die BFB-Kosten stabil, unterstützt durch eine robuste Marktfunktionalität. Ab Mai jedoch störten eskalierende Spannungen und Bevölkerungsvertreibungen die Märkte in Preah Vihear und Oddar Meanchey erheblich, wo Soldaten zu Hauptabnehmern wurden und die Konsumentenaktivität stark zurückging. Das WFP betonte, dass die Marktresilienz eine entscheidende Rolle bei der Verhinderung schwerwiegender Preisschocks spielte. Die Situation begann sich bis Oktober zu verbessern, nach bilateralen Abkommen, der Wiedereröffnung von Handelskorridoren und der Rückkehr vertriebener Familien, was zusammen Nachfrage und Vertrauen der Händler wiederherstellte.

Bewaffnete Zusammenstöße entlang der kambodschanisch-thailändischen Grenze Mitte 2025 betrafen zwölf Orte, darunter kritische Gebiete in Oddar Meanchey und Preah Vihear. Laut dem Cambodia Humanitarian Response Forum (HRF) wurden bis Oktober über 16.000 Menschen vertrieben. Grenzschließungen und Bewegungseinschränkungen beeinträchtigten das tägliche Leben und die Ernährungssicherheit erheblich. Da der grenzüberschreitende Handel ausgesetzt war, sahen sich die Gemeinden einem eingeschränkten Zugang zu erschwinglichen Lebensmitteln und wesentlichen Gütern gegenüber, was die humanitären Bedürfnisse in bereits gefährdeten Regionen verschärfte.

Quelle: Sreekanth Ravindran, WFP-Bericht: Konflikt treibt Lebensmittelpreisschwankungen in Grenzprovinzen, Khmer Times, 2025.
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