Vietnam empfängt 110 Staatsbürger nach Rückführung aus Kambodscha

Vietnam empfängt 110 Staatsbürger nach Rückführung aus Kambodscha

Vietnam hat am 21. November 2025 insgesamt 110 seiner Staatsbürger von Kambodscha zurückgenommen, die mutmaßlich in Online-Kriminalität verwickelt waren. Die Übernahme erfolgte am internationalen Grenzübergang Xa Mat in der vietnamesischen Provinz Tay Ninh. Dieser Vorfall ist Teil einer größeren internationalen Anstrengung zur Bekämpfung von Cyberkriminalität und Menschenhandel, die in Südostasien, insbesondere in Grenzregionen, zunehmend Probleme bereitet.

Zwischen dem 15. und 17. November 2025 hatten Vertreter der vietnamesischen Botschaft in Kambodscha in Zusammenarbeit mit lokalen Behörden die Identitäten der 110 inhaftierten Personen überprüft. Diese waren zuvor in zwei kambodschanischen Provinzen festgehalten worden: zehn Personen in Svay Rieng und hundert in Tboung Khmum. Der schwerwiegende Verdacht gegen diese Personen betraf ihre Beteiligung an komplexen Online-Betrugsdelikten und anderen Internet-basierten Täuschungen, die oft darauf abzielen, ahnungslose Opfer finanziell auszubeuten.

Die anfänglichen Überprüfungen ergaben, dass die repatriierten Staatsbürger aus insgesamt 26 verschiedenen Provinzen und Städten Vietnams stammten, wo sie als registrierte Einwohner geführt waren. Dies verdeutlicht das breite Spektrum der Betroffenen und die weitreichenden Auswirkungen dieser kriminellen Netzwerke. Infolgedessen wurden die zuständigen Behörden in diesen 26 Regionen aufgefordert, eng mit der Polizei der Provinz Tay Ninh und den Beamten am Grenzübergang Xa Mat zusammenzuarbeiten, um die Rückkehr ihrer Bürger reibungslos zu gestalten und sie entsprechend zu empfangen. Dies beinhaltet oft auch soziale Unterstützung und Reintegrationsmaßnahmen für die, die möglicherweise selbst Opfer wurden.

Darüber hinaus wurde ein nachdrücklicher Aufruf erlassen, Personen und Organisationen, die in den illegalen Menschenhandel verwickelt sind, streng zu untersuchen und zur Rechenschaft zu ziehen. Diese skrupellosen Akteure hatten die betroffenen Vietnamesen unter falschen, verlockenden Versprechungen von „leichter Arbeit und hohem Gehalt“ nach Kambodscha gelockt. Solche Versprechen sind eine gängige Taktik von Menschenhändlern, um Arbeitskräfte für illegale Zwecke anzuwerben. In Wirklichkeit wurden die angeworbenen Personen jedoch dazu gezwungen, unter oft menschenunwürdigen Bedingungen in sogenannten Online-Betrugszentren zu arbeiten, wo sie Teil krimineller Machenschaften wurden, die von Investitionsbetrug bis hin zu romantischen Betrügereien reichen können. Die vietnamesischen Behörden betonen die dringende Notwendigkeit, solche betrügerischen Anwerbepraktiken zu unterbinden und die Täter rigoros zur Verantwortung zu ziehen.

Weitere Schritte zur Identitätsprüfung und zur umfassenden Klärung der genauen Umstände der mutmaßlichen Verbrechen sind weiterhin im Gange. Diese Ermittlungen zielen darauf ab, die Hintermänner der Online-Betrugsringe aufzudecken und weitere Opfer zu identifizieren. Die enge Zusammenarbeit zwischen Vietnam und Kambodscha in dieser Angelegenheit unterstreicht das gemeinsame Engagement beider Länder im Kampf gegen grenzüberschreitende Kriminalität, insbesondere im Bereich des Online-Betrugs und des illegalen Menschenhandels, der die Sicherheit und das Wohlergehen der Bürger beider Nationen gefährdet. Die erfolgreiche Rückführung dieser Bürger ist ein wichtiger Schritt, um sowohl die Betroffenen zu schützen als auch die Verantwortlichen für die Ausbeutung zu identifizieren und strafrechtlich zu verfolgen und damit ein Zeichen gegen diese Art von Kriminalität zu setzen.

Quelle: Dtinews, TTXVN, Khmer Times, 23. November 2025.
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