Das kambodschanische Ministerium für Kultur und Bildende Künste hat die Rückführung Hunderter Khmer-Artefakte vom ungarischen Sammler István Zelnik bekannt gegeben. Diese Aktion stellt eine der bedeutendsten freiwilligen Rückgaben von Kulturgütern in den letzten Jahren dar. Die Vereinbarung ist das Ergebnis jahrelanger Verhandlungen und beharrlicher Bemühungen, das während des Bürgerkriegs verlorene kambodschanische Kulturerbe wiederzuerlangen.
István Zelnik, Gründer des Ungarischen Südostasien-Instituts, hatte über Jahrzehnte Artefakte aus ganz Asien, einschließlich Kambodscha, gesammelt. Seit den frühen 2000er Jahren unterstützte er archäologische und wissenschaftliche Arbeiten in Angkor und Koh Ker, finanzierte Forschung, LiDAR-Vermessungen und historische Studien, die zur erfolgreichen Nominierung von Koh Ker als UNESCO-Weltkulturerbe beitrugen.
Zelnik hat nun zugestimmt, alle in seinem Besitz befindlichen Khmer-Artefakte zurückzugeben. Zu den wichtigsten zurückgeführten Objekten gehören 183 Stücke Khmer-Seide (Kei-Textilmuster), die als wertvolle Referenzen für die nationale Textilsammlung Kambodschas gelten. Ebenso wurden Dutzende prähistorische und antike Gegenstände repatriert, darunter Münzen, Perlen, Ornamente sowie Metall-, Stein- und Keramikartefakte. Viele dieser Gegenstände sollen während des Bürgerkriegs illegal aus Kambodscha entfernt worden sein. Die Sammlung umfasst auch bedeutende Stücke aus der vorangkorianischen und angkorianischen Periode, was dem Rückführungsprozess zusätzlichen historischen Wert verleiht.
Das Kulturministerium äußerte "tiefe Dankbarkeit und hohe Wertschätzung" für Zelniks Entscheidung. Es wurde betont, dass Zelnik, der jetzt in seinen Siebzigern ist, bereits zuvor eine Reihe von Khmer-Objekten zurückgeführt und zu archäologischen Forschungen und Publikationen über das Khmer-Erbe beigetragen hatte. Kulturministerin Phoeurng Sackona erklärte, dass Kambodschas anhaltender Frieden und politische Stabilität, basierend auf der Win-Win-Politik der Regierung, die notwendigen Bedingungen geschaffen haben, um verlorene Kulturschätze zurückzugewinnen. Sie lobte auch die Arbeitsgruppe des Ministeriums und Bradley J. Gordon von Edenbridge Asia für ihre aktive Forschung und Verhandlungen, die die Rückführung ermöglichten.
Das Ministerium bezeichnete die Geste als "beispielhaft" und forderte private Sammler und Institutionen weltweit, die kambodschanische Artefakte besitzen, auf, mit der kambodschanischen Regierung zusammenzuarbeiten, um Kulturgüter in ihre rechtmäßige Heimat zurückzuführen. Die kambodschanische Regierung betonte, dass die freiwillige Rückgabe dieser Artefakte nicht nur starke ethische Werte widerspiegelt, sondern auch zum Schutz des kulturellen Erbes der Menschheit beiträgt.
Quelle: Khmer Times, Hungarian collector returns hundreds of Khmer artefacts to Cambodia after years of negotiations, Khmer Times, 20. November 2023.
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