Ein kürzlich veröffentlichter Bericht des Humanitären Reaktionsforums der Vereinten Nationen (HRF) enthüllt eine besorgniserregende humanitäre Krise entlang der nördlichen und westlichen Grenzen Kambodschas zu Thailand. Zwischen dem 13. und 26. Dezember 2025 wurden über 644.000 Menschen aufgrund eskalierender Konflikte vertrieben, wobei etwa die Hälfte in temporären Lagern und der Rest bei Gastfamilien unterkommt. Besonders betroffen sind über 336.000 Frauen und 204.000 Kinder, die wiederholte Evakuierungen, den Verlust ihres Besitzes und psychologische Traumata erleben. Die Angriffe thailändischer Streitkräfte haben weite Teile von 13 kambodschanischen Provinzen, darunter Banteay Meanchey, Siem Reap und Oddar Meanchey, heimgesucht und massive Vertreibungen ausgelöst.
Die Krise hat schwerwiegende Auswirkungen auf mehrere Sektoren. Im Bildungsbereich sind 1.311 Schulen geschlossen, wodurch über 322.000 Schüler, darunter 90.000 Mädchen, vom Unterricht ausgeschlossen sind. Trotz der Bemühungen von Partnern wie World Vision und UNICEF, temporäre Lernräume und Lernkits bereitzustellen, bleibt der Bildungszugang für die meisten beeinträchtigt. Die Nahrungsmittelunsicherheit ist akut; die meisten Familien sind auf unregelmäßige Spenden angewiesen, was zu einer einseitigen Ernährung führt. Ernährungsuntersuchungen in 13 Lagern zeigen, dass 3,6 % der Kinder unter fünf Jahren an schwerer akuter und 17,5 % an moderater Mangelernährung leiden. Organisationen wie World Vision und Caritas Cambodia liefern zwar Nahrungsmittel, aber in abgelegenen Gebieten gibt es weiterhin Engpässe.
Die Gesundheitsversorgung steht unter enormem Druck. Ein WHO- und Gesundheitsministerium-Einsatz stellte dringenden Bedarf an Medikamenten, Trauma-Versorgung, Mutterschaftspflege und psychologischer Unterstützung fest. Mobile Gesundheitsteams versorgen Tausende in Lagern in Preah Vihear, Oddar Meanchey und Siem Reap. Auch der Schutz von Kindern, Frauen und Menschen mit Behinderungen ist kritisch. Viele Lager mangeln an kinderfreundlichen Bereichen, geschlechtergetrennten Einrichtungen und Mechanismen zur Meldung von Missbrauch. UNICEF und andere Partner haben sichere Räume geschaffen und psychosoziale Unterstützung angeboten.
Obdach und Non-Food-Artikel sind weiterhin dringend erforderlich, da viele Familien ihren Besitz verloren haben und unter schlechten Bedingungen leben. Die Regierung und humanitäre Partner verteilen Zelte, Decken und Hygieneprodukte. Die Wasser-, Sanitär- und Hygieneinfrastruktur ist unzureichend, mit mangelnden Latrinen und unsicherem Trinkwasser, was insbesondere für Frauen und Mädchen große Herausforderungen birgt. Soziale Schutzmaßnahmen wie Bargeldhilfe werden implementiert, um die widerstandsfähigsten Familien zu unterstützen. Das HRF koordiniert die Hilfsmaßnahmen mit lokalen Behörden und dem NCDM. Eine Menschenrechtsexpertin, So Farina, hebt die besonderen Bedürfnisse von Frauen und Mädchen hervor und fordert die internationale Gemeinschaft zu sofortiger humanitärer Hilfe und Interventionen für dauerhaften Frieden auf.
Quelle: Taing Rinith, UN report reveals humanitarian crisis along Cambodia-Thailand border, Khmer Times, December 30, 2025.
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