Thailand verschiebt Grenzgespräche mit Kambodscha erneut

Thailand verschiebt Grenzgespräche mit Kambodscha erneut

Thailand hat das Sondertreffen des Gemeinsamen Grenzausschusses (JBC) mit Kambodscha zum zweiten Mal verschoben, das von Kambodscha für die zweite oder dritte Januarwoche 2026 in der Provinz Siem Reap vorgeschlagen worden war. Dies geht aus einer Erklärung des Staatssekretariats für Grenzangelegenheiten hervor, die gestern veröffentlicht wurde. Als Begründung führte die thailändische Seite interne Verfahren zur Ernennung neuer Mitglieder des JBC-Komitees an, die nach der Bildung eines neuen thailändischen Kabinetts und den bevorstehenden Parlamentswahlen Anfang Februar erforderlich seien.

Angesichts der erneuten Verschiebung und um die Umsetzung der bereits vereinbarten Arbeiten vor Ort zu beschleunigen, hat die kambodschanische Seite Thailand am 13. Januar 2026 erneut diplomatisch aufgefordert, Joint Survey Teams (gemeinsame Vermessungsteams) beider Parteien zu entsenden. Diese Teams sollen die Arbeiten zur provisorischen Grenzpfahlsetzung an den Grenzabschnitten zwischen den Pfählen 42-47 und 52-59 wieder aufnehmen. Als Zeitrahmen hierfür wurde der Zeitraum vom 19. bis 23. Januar 2026 vorgeschlagen. Die gemeinsamen Vermessungsteams sollen sich direkt abstimmen, um den genauen Zeitpunkt und Ort der Arbeiten vor Ort festzulegen.

Die temporäre Pfahlsetzung an diesen Abschnitten hatte bereits am 19. November 2025 (42-47) und am 8. November 2025 (52-59) begonnen, musste jedoch am 8. Dezember 2025 aufgrund einer „Invasion der Souveränität und territorialen Integrität Kambodschas“ eingestellt werden. Darüber hinaus forderte Kambodscha die Entsendung gemeinsamer Arbeitsteams zwischen dem 26. und 30. Januar 2026, um 15 Grenzpfähle nach dem ursprünglichen Design der französischen Ära an den von beiden Parteien vereinbarten ursprünglichen Standorten wieder aufzubauen.

Das Staatssekretariat für Grenzangelegenheiten betonte, dass die Entsendung der gemeinsamen Vermessungsteams zur Fortsetzung der Arbeiten vor Ort in Übereinstimmung mit den vereinbarten Verfahren und technischen Anweisungen sowie dem Protokoll des JBC-Sondertreffens vom 22. Oktober 2025 in der Provinz Chanthaburi erfolgen würde. Der kambodschanische JBC-Ausschuss bekräftigte seine feste Haltung, die internationale Grenze zwischen Kambodscha und Thailand zu schützen, die von der Grenzkommission Indochina-Siam festgelegt wurde. Dabei werden internationale Rechtsprinzipien, insbesondere der Grundsatz des „Uti Possidetis Juris“ (Unveränderlichkeit der Grenzen), die französisch-siamesischen Konventionen und Verträge, Karten und Grenzpfahlsetzungsakten der Indochina-Siam-Grenzkommission sowie alle früheren Vereinbarungen und relevanten Dokumente respektiert.

Die kambodschanische JBC-Kommission ist entschlossen, die Vermessungs- und Demarkationsarbeiten so schnell wie möglich mit der thailändischen JBC-Kommission fortzusetzen, um einen dauerhaften Frieden entlang der Grenze zu erreichen. Sie wird keine Grenzänderungen anerkennen, die durch Gewaltanwendung entstehen.

Quelle: Khmer Times, Thailand postpones Cambodia-Thailand land border JBC special meeting for second time, Khmer Times, January 15, 2026.
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