Militärvertreter aus Thailand und Kambodscha haben am Mittwoch (24. Dezember) Gespräche zur Wiederaufnahme eines Waffenstillstands begonnen. Diese Verhandlungen folgen auf 16 Tage heftiger Grenzkonflikte, bei denen mindestens 86 Menschen ums Leben kamen.
Die Gespräche, die vom thailändischen Verteidigungsministeriumsprecher Konteradmiral Surasant Kongsiri auf drei Tage angesetzt wurden, könnten den Weg für ein Abkommen ebnen. Sie finden an einem Grenzkontrollpunkt am südlichen Ende der 817 Kilometer langen Grenze statt. Laut Surasant würde auf ein erfolgreiches Sekretariatstreffen am 27. Dezember ein Treffen der Verteidigungsminister beider Länder folgen.
Diese Verhandlungen sind der bedeutendste Fortschritt seit dem erneuten Aufflammen der Kämpfe und folgen auf separate, erfolglose Bemühungen Malaysias, Chinas und der Vereinigten Staaten, die beiden Länder an den Verhandlungstisch zu bringen. Zuvor hatte bereits ein Sondertreffen der südostasiatischen Außenminister in Kuala Lumpur stattgefunden, um einen Waffenstillstand zu retten, der ursprünglich von Malaysia (als ASEAN-Vorsitz) und dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump nach früheren Gefechten im Juli vermittelt worden war.
Trotz der laufenden Gespräche haben sich Thailand und Kambodscha weiterhin gegenseitig der Aggression und der Verletzung eines im Oktober in Malaysia im Beisein Trumps erzielten erweiterten Waffenstillstandsabkommens beschuldigt. Dieses Abkommen sah die Entminung und den Abzug von Truppen sowie schweren Waffen aus seit Jahrzehnten umstrittenen Gebieten vor.
Die Kämpfe setzten sich bis Anfang Dezember an mehreren Punkten fort, von bewaldeten Regionen nahe Laos bis zu den Küstenprovinzen am Golf von Thailand. Kambodschas nationale Behörden berichten von mindestens 21 getöteten Zivilisten und über einer halben Million Vertriebener in Kambodscha seit Beginn der jüngsten Kampfhandlungen. In Thailand verloren mindestens 65 Menschen ihr Leben und über 150.000 wurden aus ihren Häusern evakuiert.
Am Mittwoch warfen sich beide Seiten erneut gegenseitig militärische Aggressionen vor: Kambodschas Verteidigungsministerium beschuldigte Thailand, Kampfjets eingesetzt zu haben, um Bomben in seiner Grenzprovinz Banteay Meanchey abzuwerfen, und bezeichnete die Aktionen als „brutal“ und wahllos. Thailand hingegen erklärte, sein Nachbar habe weiterhin schwere Waffen in zivile Gebiete in der Provinz Sa Kaeo gefeuert, woraufhin thailändische Truppen Vergeltung geübt hätten.
Quelle: Reuters/nh/co, Thai and Cambodia militaries hold talks on resuming ceasefire, CNA, 24 Dec 2025.
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