Thailändischer König besucht China: Asien im Umbruch durch Handelskrieg

Thailändischer König besucht China: Asien im Umbruch durch Handelskrieg

Der historische fünftägige Staatsbesuch des thailändischen Königs Maha Vajiralongkorn in Peking im November markiert eine neue, symbolisch bedeutsame Phase in den Beziehungen Thailands zu China. Es war der erste Besuch eines amtierenden thailändischen Monarchen seit der Aufnahme diplomatischer Beziehungen vor 50 Jahren und Vajiralongkorns zweite offizielle Auslandsreise als König. Diese seltene Demonstration königlicher Diplomatie ist ein Wendepunkt, nicht nur für die chinesisch-thailändischen Beziehungen, sondern auch für die strategische Haltung Südostasiens in einer zunehmend multipolaren Welt.

Durch die Wahl Chinas als sein erstes wichtiges Staatsziel sendet König Vajiralongkorn ein starkes Signal an die thailändischen Eliten, Wirtschaftsführer, Investoren und die breitere Öffentlichkeit, dass Peking an der Spitze der externen Partnerschaften Thailands steht. Dies ermöglichte es der thailändischen Regierung, wichtige wirtschaftliche und diplomatische Initiativen unter dem neutralen Deckmantel der Monarchie zu verfolgen. Für China bietet der Besuch eine seltene diplomatische Symbolik und untermauert Pekings Narrativ, ein unverzichtbarer Partner für die ASEAN-Staaten und eine stabilisierende Kraft in der Region zu sein.

Die Entscheidung des Königs für eine engere Anbindung an China ist bemerkenswert, da er lange persönliche Bindungen zum Westen hat. Im Gegensatz dazu waren die 70-jährige Regentschaft seines Vaters, König Bhumibol Adulyadej, und Thailands Rolle im Kalten Krieg durch eine tiefe Verankerung in den USA geprägt. Obwohl Thailand bis heute Washingtons einziger formeller Vertragsverbündeter in Indochina ist und die Verteidigungsbeziehungen robust bleiben, haben sie Phasen der Belastung erlebt. Kritik der USA an Thailands Menschenrechtslage, die Auswirkungen von Präsident Trumps Zöllen und die Wahrnehmung einer inkonstanten regionalen Verpflichtung Washingtons haben zu strategischer Unsicherheit in Bangkok geführt.

Im Gegensatz dazu hat Thailands Engagement mit China in den Bereichen Wirtschaft, Sicherheit und Kultur stetig zugenommen. China ist Thailands größter Handelspartner, und der bilaterale Handel wächst. Chinesische Investitionen verlagern sich von traditionellen Infrastrukturprojekten hin zu hochwertigen Sektoren wie Elektrofahrzeugen, Batteriefertigung und Digitaltechnologien. Auch die Sicherheitszusammenarbeit wurde ausgeweitet, mit gemeinsamen Übungen und der Rolle Thailands als erstem ASEAN-Mitglied, das chinesische Anti-Drogen-Verbindungsbeamte beherbergte und ein Auslieferungsabkommen mit Peking unterzeichnete. Diese Entwicklungen deuten auf eine Verschiebung hin, bei der China zunehmend ein wichtiger Partner in der regionalen Polizeiarbeit und Katastrophenhilfe wird.

Der Besuch des Königs in Peking kam nur zwei Wochen, nachdem die USA die Handelsgespräche mit Thailand abrupt aussetzten, während Peking den Besuch nutzte, um die strategische Koordination zu intensivieren und Großprojekte wie die China-Thailand-Hochgeschwindigkeitsbahn zu beschleunigen. Thailand hofft, von Chinas Entwicklungserfahrungen zu lernen und die Zusammenarbeit in neuen Feldern wie KI und Digitalwirtschaft auszubauen. Die Implikationen gehen über die bilateralen Beziehungen hinaus: Thailands Offenheit für ein tieferes Engagement mit China spiegelt einen breiteren südostasiatischen Ansatz wider, der Pragmatismus über Polarisierung stellt und die wirtschaftliche Dynamik Chinas nutzen möchte, während konstruktive Sicherheitsbeziehungen zu den USA aufrechterhalten werden. Die thailändische Regierung beabsichtigt nicht, in der Rivalität zwischen China und den USA Partei zu ergreifen, sondern möchte von beiden Seiten profitieren. Dieser historische Besuch ist ein Meilenstein in den chinesisch-thailändischen Beziehungen und ein wichtiger Beitrag zur Stabilität der Region und zur Entwicklung der umfassenderen internationalen Ordnung.

Quelle: Ladislav Zemánek, China-US trade war yields unprecedented Asian partnership, Khmer Times, December 4, 2025.
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