Die taiwanesische Polizei hat „Terrorismus“ als Motiv für eine Messerattacke in der Hauptstadt Taipeh ausgeschlossen, bei der drei Menschen getötet und elf weitere verletzt wurden. Der Vorfall ereignete sich am Freitagnachmittag, als ein 27-jähriger Mann namens Chang Rauchbomben in der U-Bahn-Station Taipei Main Station zündete, bevor er eine dreistündige Messerattacke begann. Der Angreifer setzte seine Tat in einem Einkaufsviertel nahe der Zhongshan-Station fort.
Ein leitender Beamter der Polizei von Taipeh erklärte gegenüber AFP unter der Bedingung der Anonymität, dass Chang keine Aussagen oder Ansichten im Zusammenhang mit Politik, Religion oder einer spezifischen Ideologie geäußert habe. Daher sei Terrorismus vorläufig ausgeschlossen worden, da der Verdächtige die spezifische Definition eines Terroranschlags nicht erfülle.
Der Bürgermeister von Taipeh, Chiang Wan-an, bestätigte, dass der Verdächtige am selben Tag tot aufgefunden wurde, nachdem er von einem nahegelegenen Gebäude gesprungen war. Die Polizei gab an, dass Chang im Militär gedient hatte, aber wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss entlassen worden war. Er wurde gesucht, weil er es versäumt hatte, sich zum Reservediensttraining zu melden, das ehemalige Soldaten innerhalb von acht Jahren nach ihrer Entlassung für sieben bis 14 Tage absolvieren müssen. Die Nichtmeldung wird als Umgehung des Militärdienstes gewertet.
Unmittelbar nach dem Angriff hatten die Behörden die Tat als „vorsätzlich“ bezeichnet, das Motiv blieb jedoch zunächst unklar. Die Polizei geht davon aus, dass Chang alleine gehandelt und geplant hatte, „zufällig Menschen zu töten“. Er hatte im Januar eine Wohnung in dem Viertel gemietet und die Gegend zuvor ausgekundschaftet.
Als Reaktion auf den Vorfall hat die Stadt die Polizeipräsenz für den Taipei-Marathon verdoppelt und plant eine „hochintensive“ Übung in U-Bahn-Stationen vor Silvester. Taiwans Präsident Lai Ching-te forderte am Samstag, dass die Behörden „vorsichtiger und proaktiver“ sein und die Notfallprotokolle verbessern sollten. Er betonte, dass die Polizei für „Terrorismusbekämpfungsoperationen“ geschult und ausgerüstet sein müsse, um die Bürger zu schützen. Die Metro Taipeh kündigte zudem an, dass ein Weihnachtsmarkt in der Nähe der Zhongshan-Station aus Respekt vor den Opfern für drei Tage geschlossen bleiben wird.
Quelle: AFP, Taiwan police rule out ‘terrorism’ in metro stabbing, Khmer Times, December 22, 2025.
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