Eine aktuelle Studie von UN Women hat ergeben, dass in Kambodscha lediglich 27 Prozent der leitenden und mittleren Führungspositionen von Frauen besetzt sind. Dies unterstreicht die weiterhin bestehenden Geschlechterungleichheiten in Führungsebenen, obwohl Frauen einen erheblichen Anteil der Arbeitskräfte stellen.
Experten für Personalwesen führen dieses Ungleichgewicht auf eine Kombination verschiedener Faktoren zurück. Dazu gehören langjährige kulturelle Erwartungen, die Frauen vorrangig häusliche Rollen zuweisen, geschlechtsbasierte Stereotypen, ungleiche Bezahlung und ein eingeschränkter Zugang zu Mentoring-Programmen. Zudem existieren systemische Barrieren am Arbeitsplatz, wie die sogenannte "gläserne Decke". Diese Herausforderungen werden durch die ungleiche Verteilung der Haushalts- und Fürsorgepflichten weiter verschärft, die oft die Zeit und die Möglichkeiten von Frauen für beruflichen Aufstieg einschränken.
Obwohl durch Schulungen und politische Maßnahmen Fortschritte erzielt werden, bleiben tief verwurzelte gesellschaftliche Erwartungen und Vorurteile am Arbeitsplatz bestehen. Vor diesem Hintergrund hat Kambodscha einen wichtigen Schritt zur Verbesserung der Geschlechtergleichheit am Arbeitsplatz unternommen: die Einführung des ersten "Women’s Empowerment Principles (WEPs) Corporate Action Lab". Diese Initiative wurde offiziell am 10. November letzten Jahres in Phnom Penh vorgestellt und wird von UN Women als Meilenstein auf dem Weg von der Verpflichtung zu konkreten Maßnahmen beschrieben.
Das Corporate Action Lab, unterstützt vom australischen Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und Handel und im Rahmen des regionalen Gender Action Lab-Programms von UN Women durchgeführt, bringt elf Unternehmen zusammen, die sich aktiv für die Förderung der Gleichstellung am Arbeitsplatz engagieren. Das Programm konzentriert sich auf praktische Werkzeuge, Peer-Learning und messbare Fortschritte, um den teilnehmenden Unternehmen zu ermöglichen, geschlechtergerechte Praktiken in ihre Betriebsabläufe zu integrieren.
Die erste Gruppe der WEPs-"Change-Makers" deckt ein breites Spektrum von Sektoren ab, darunter Infrastruktur, Gastgewerbe, Landwirtschaft, Sozialunternehmen und Beratung. Zu den teilnehmenden Organisationen gehören Bun and Associates, Cambodia Airports, COVA, Cambodia Development and Support, EpicArts Café, IBIS Rice, Phnom Penh Water Supply Authority, Phnom Penh Autonomous Port, Prudential, Rosewood und SUDrain.
Thary Vorn, CEO und Gründerin von SUDrain Co Ltd, betonte, dass die Initiative sowohl mit der Geschäftsstrategie als auch mit den Kernwerten ihres Unternehmens übereinstimmt: "Wir möchten das Bewusstsein dafür schärfen, dass Frauen für die wirtschaftlichen Lieferketten und das Wachstum von entscheidender Bedeutung sind." Auch Cambodia Airports begrüßte den kollaborativen Ansatz des Programms. Der Arbeitsbeziehungsmanager Thearith Say äußerte, dass das Corporate Action Lab dem Unternehmen helfen werde, seine Bemühungen zur Geschlechtergleichheit zu stärken und Fortschritte zu verfolgen, während man gleichzeitig von anderen Unternehmen lerne.
UN Women äußerte die Hoffnung, dass Initiativen wie das WEPs Corporate Action Lab dazu beitragen werden, Fortschritte in Richtung einer inklusiveren Führung zu beschleunigen und Arbeitsplätze zu schaffen, in denen Frauen gleiche Chancen haben, zu führen und erfolgreich zu sein.
Quelle: Sreekanth Ravindran, Only 27 percent of management roles held by women in Cambodia, UN study says, Khmer Times.
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