NGOs for Media Freedom in Cambodia

NGOs for Media Freedom in Cambodia

In einem jüngsten Bericht wird bekannt, dass fünfzehn kambodschanische und internationale zivilgesellschaftliche Organisationen gemeinsam das kambodschanische Informationsministerium dazu aufgerufen haben, seine kürzlich erlassene Richtlinie zu „Qualifikationen und journalistischer Professionalität“ sowie die neuen Anforderungen für Presseausweise zu überarbeiten. Diese am 27. November herausgegebene Direktive führt eine breite Palette strenger Lizenzierungs- und Qualifikationskriterien für Nachrichtenredaktionen, unabhängige Journalisten, Content-Ersteller und Techniker in ganz Kambodscha ein. Die Organisationen warnen, dass diese Regeln die bereits fragile Medienlandschaft des Landes weiter einschränken könnten.

Zu den weitreichenden Anforderungen gehören obligatorische vom Ministerium genehmigte Journalismus-Zertifikate, umfassende Kompetenzbewertungen, Unbedenklichkeitsbescheinigungen, polizeiliche Führungszeugnisse und Gesundheitszeugnisse. Eine besonders umstrittene Bestimmung verlangt, dass Journalisten „niemals Gegenstand von Beschwerden“ im Zusammenhang mit ihrer Arbeit gewesen sein dürfen. Kritiker argumentieren, dass dieser vage formulierte Standard leicht dazu missbraucht werden könnte, Reporter zu disqualifizieren, die Geschichten veröffentlicht haben, die mächtigen Persönlichkeiten oder Institutionen missfallen. Dies würde die kritische Berichterstattung erheblich behindern und die Meinungsfreiheit einschränken.

Darüber hinaus führen die neuen Presseausweisregeln, die ab 2026 in Kraft treten sollen, zusätzliche Einschränkungen ein. Sie verlangen von Journalisten zu bestätigen, dass sie keine rechtlichen Beschwerden oder Gerichtsverfahren gegen sich laufen haben. Diese spezielle Bedingung hat erhebliche Bedenken aufgeworfen, da sie potenzielle Barrieren für Journalisten darstellen könnte, die aufgrund ihrer legitimen investigativen Berichterstattung Klagen oder Bedrohungen ausgesetzt waren. Solche Journalisten könnten vom Erhalt wichtiger Akkreditierungen, dem Zugang zu Informationen und der Durchführung von Feldforschung ausgeschlossen werden.

Die Direktive wird als besonders bedrohlich für Freiberufler und Reporter angesehen, die sich auf sensible Themen wie Umweltschutz, Landkonflikte, Korruption und politische Angelegenheiten konzentrieren. Gerade diese Bereiche sind oft Gegenstand kritischer Berichterstattung, die unerwünschte Aufmerksamkeit von mächtigen Akteuren auf sich ziehen kann. Die gemeinsame Erklärung der NGOs hebt Kambodschas bereits niedrigen Rang in globalen Pressefreiheitsindizes hervor. Reporter ohne Grenzen stuft Kambodscha derzeit auf Platz 161 von 180 Ländern ein, was ein unsicheres Umfeld für den unabhängigen Journalismus signalisiert.

Die zivilgesellschaftlichen Gruppen warnen, dass die Ausweitung der Befugnisse des Informationsministeriums, Qualifikationen zu entziehen oder Lizenzen ohne angemessene Konsultation auszusetzen, ein erhebliches Risiko darstellt. Dies würde den Spielraum für unabhängige Medien und kritische Berichterstattung im Land weiter einengen. Sie betonen die Notwendigkeit einer Überarbeitung dieser Regeln, um eine weitere Erosion der Pressefreiheit in Kambodscha zu verhindern und eine offene und transparente Berichterstattung zu gewährleisten.

Quelle: Buth Reaksmey Kongkea, Fifteen NGOs urge Cambodia to reconsider controversial media directive, Khmer Times, December 17, 2025.
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