Am Neujahrstag 2026 ereigneten sich in Kambodscha insgesamt 16 Verkehrsunfälle, bei denen neun Menschen ums Leben kamen und 36 verletzt wurden. Diese Zahlen stellen einen erheblichen Anstieg im Vergleich zum Neujahrstag 2025 dar, an dem sechs Vorfälle mit sechs Todesfällen und vier Verletzten verzeichnet wurden. Die meisten dieser Unfälle wurden auf überhöhte Geschwindigkeit, Missachtung der Vorfahrt und rücksichtsloses Fahren zurückgeführt.
Der bemerkenswerte Anstieg der Verkehrsunfälle an diesem speziellen Feiertag wird auf eine vorübergehende Aussetzung der strengen Durchsetzung der Verkehrsgesetze durch die Regierung zurückgeführt. Diese Maßnahme erfolgte im Zusammenhang mit bewaffneten Auseinandersetzungen, die aus einem Grenzstreit zwischen Kambodscha und Thailand resultierten. Nur zwei Tage vor Silvester 2026 führte das Generalsekretariat des Nationalen Verkehrssicherheitsausschusses zusammen mit Experten eine Verkehrssicherheitskampagne in der Chak Angre Krom Gemeinde in Phnom Penh durch. Dieser Bereich hatte Anfang 2025 die höchste Anzahl von Verkehrsunfällen registriert. Die Kampagne zielte darauf ab, Verkehrsteilnehmer an erhöhte Wachsamkeit und strikte Einhaltung der Verkehrsregeln zu erinnern, insbesondere an nationalen Feiertagen, an denen die Unfallraten tendenziell steigen.
Kim Pagna, der Landesdirektor der Asia Injury Prevention Foundation, äußerte sich besorgt über die alarmierende Situation im Straßenverkehr. Er wies auf die anhaltend hohen Unfallzahlen und die Herausforderungen hin, insbesondere auf die mangelnde Stärkung der Strafverfolgung. Er betonte die Notwendigkeit, die Durchsetzung der Verkehrsgesetze zu revitalisieren, wobei der Fokus auf die Hauptrisikofaktoren liegen sollte, die zu Todesfällen und Verletzungen führen. Herr Pagna forderte eine gründliche, offene, faire und korrekte Strafverfolgung, insbesondere in den von Grenzkonflikten betroffenen Provinzen, sowie eine verstärkte Aufklärung und Sensibilisierung der Öffentlichkeit in diesen Gebieten. Er äußerte die Hoffnung, dass die Umsetzung der Straßenverkehrsgesetze Anfang 2026 wieder energisch aufgenommen wird und sich die Unfalllage dann deutlich verbessern wird.
Parallel dazu verzeichnete Kambodscha im vergangenen Jahr rund 2.260 Verkehrsunfälle, was einem Rückgang von 25% gegenüber den etwa 3.000 Unfällen im Jahr 2024 entspricht. Das Innenministerium führte diesen Rückgang auf strengere Durchsetzung und öffentliche Aufklärung zurück. Auch die verkehrsbedingten Todesfälle sanken von etwa 1.600 im Jahr 2024 auf rund 1.400, und die Verletzungen reduzierten sich von etwa 4.000 auf rund 3.000, ebenfalls ein Rückgang von 25%. Verkehrsunfälle kosten Kambodscha laut einer Analyse des Asian Transport Observatory jährlich schätzungsweise 1 Milliarde US-Dollar, was etwa 2,5% des BIP entspricht. Die wirtschaftlichen Verluste durch Todesfälle und schwere Verletzungen belaufen sich auf fast ein Drittel der jährlichen Gesundheitsausgaben Kambodschas, die etwa 7,5% des BIP ausmachen.
Quelle: Torn Vibol, 9 dead, 36 injured in New Year’s Day 2026 road crashes, Khmer Times, January 2, 2026.
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