Der hochrangige Mönch Ehrwürdiger Kou Sopheap, ein Mitglied des Sekretariats des Obersten Sangha-Rats, hat einen eindringlichen Appell an Straßenhändler gerichtet. Er fordert sie auf, ihre zum Verkauf angebotenen gerösteten Rindfleischprodukte angemessen abzudecken, um die Gefühle indischer Touristen nicht zu verletzen. Dieser Aufruf erfolgt angesichts eines spürbaren Anstiegs indischer Besucher in Kambodscha, begünstigt durch direkte Flugverbindungen zwischen den beiden Ländern.
Die kulturelle Sensibilität ist hierbei der Kernpunkt: Die Mehrheit der indischen Touristen sind Hindus, die Kühe als heilig verehren. Der offene Anblick von gebratenem Rindfleisch auf öffentlichen Straßen könnte sie tief beleidigen. Der Mönch erinnerte auch daran, dass das Ministerium für Kulte und Religionen bereits in der Vergangenheit strenge Anordnungen gegen die kommerzielle Präsentation von "geröstetem Rindfleisch" an öffentlichen Orten erlassen hatte, da dies eine gewalttätige Aktivität darstellt, die den Prinzipien der Gewaltlosigkeit im Buddhismus widerspricht.
Ehrwürdiger Kou Sopheap betonte, dass die indische Bevölkerung Kühe als Gottheiten betrachtet. Um deren Gefühle zu respektieren, fordert der Oberste Sangha-Rat Kambodschas alle Händler von geröstetem Rindfleisch auf, ihre Produkte ordnungsgemäß zu verdecken. Weltweit gibt es etwa 1,2 Milliarden Hindus, was etwa 15 % der Weltbevölkerung ausmacht, wobei Indien das Land mit der größten hinduistischen Bevölkerung ist. Für Hindus ist die Kuh das Reittier der Gottheit Shiva und gilt als wichtiges heiliges Tier, weshalb viele Inder kein Rindfleisch essen.
Yu Sophea, ein kambodschanischer Kulturexperte der Königlichen Universität Phnom Penh, unterstützt die Initiative des Mönchs voll und ganz. Er argumentiert, dass Kambodscha im Kontext des wachsenden indischen Tourismus vorsichtig sein sollte, insbesondere in beliebten Touristengebieten wie dem Angkor Wat Komplex. Um weitere indische Touristen anzuziehen, sollte Kambodscha deren Vorlieben verstehen und sich entsprechend anpassen. Kambodscha müsse sich als Gastgeber an die Wünsche seiner Besucher anpassen und Produkte anbieten, die ihren Vorlieben entsprechen. Er ermutigte Gastronomen zudem, sich verstärkt mit der indischen Küche auseinanderzusetzen.
Nach der Zerstörung einer Vishnu-Statue in der Grenzregion zwischen Thailand und Kambodscha, die die Gefühle von Hindus weltweit stark beeinträchtigte, könnte Kambodscha als attraktives Reiseziel für indische Touristen dienen. Das Tourismusministerium hat indische Touristen auf Direktflügen von Kolkata nach Siem Reap willkommen geheißen und Angkor Wat als beeindruckendes Ziel beworben. Im Jahr 2024 besuchten etwa 80.000 indische Touristen Kambodscha, was weniger als 1 % der gesamten internationalen Besucher ausmachte. Für 2025 liegen noch keine offiziellen Zahlen vor.
Quelle: Ton Vibol, ព្រះសង្ឃជាន់ខ្ពស់ស្នើបិទបាំងការលក់គោដុតតាមដងផ្លួវ ខណៈទេសចរឥណ្ឌាកើនឡើង, Khmer Times, January 1, 2026.
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