Medien geschult: Suizidberichterstattung rettet Leben

Medien geschult: Suizidberichterstattung rettet Leben

Das kambodschanische Gesundheitsministerium hat in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) kürzlich eine spezielle Schulung für Journalisten und Gesundheitsbeamte zur verantwortungsvollen Suizidberichterstattung durchgeführt. Diese Initiative betonte die entscheidende Rolle eines ethischen, genauen und sensiblen Journalismus, der nicht nur eine Grundlage guter Praxis darstellt, sondern auch ein bewährtes Mittel zur Lebensrettung ist. Dr. Chhit Sophal, Direktor der Abteilung für psychische Gesundheit und Substanzmissbrauch, erklärte, dass die Schulung darauf abzielte, das Wissen und die Fähigkeiten von Journalisten zu verbessern, indem sie ihnen half, die tiefgreifenden Auswirkungen einer unverantwortlichen Suizidberichterstattung zu verstehen. Er hob ferner das Ziel der Sitzung hervor, bewährte Verfahren und Fallstricke bei der Berichterstattung über Suizidthemen zu klären und damit das allgemeine Bewusstsein für psychische Gesundheit zu erhöhen.

An der Schulung nahmen 150 Personen teil, darunter 70 Journalisten verschiedener Medienorganisationen. Ein Bericht des Gesundheitsministeriums ergab, dass Kambodscha im Jahr 2024 insgesamt 212 Suizidfälle verzeichnete und in diesem Jahr bereits 149 Fälle gemeldet wurden, wovon etwa 80 % Männer waren. Dr. Ada Moadsiri, amtierende Teamleiterin der WHO, betonte das globale Ausmaß des Problems und wies darauf hin, dass jährlich weltweit über 700.000 Menschen durch Suizid sterben, wobei jeder Verlust Familien, Freunde, Kollegen und Gemeinschaften tief betroffen macht. Sie unterstrich, dass Suizid vermeidbar ist und dass die Medienberichterstattung entweder das Risiko erhöhen oder als starke Kraft für Schutz und Hoffnung dienen kann.

Zahlreiche Studien haben übereinstimmend gezeigt, dass bestimmte Arten der Suizidberichterstattung – insbesondere wenn sie prominent, detailliert oder sensationalistisch aufgemacht sind – zu einer Zunahme suizidalen Verhaltens führen können. Umgekehrt ist eine Berichterstattung, die Bewältigungsstrategien, Genesungsgeschichten und den Zugang zu Unterstützung hervorhebt, stark mit einer Verringerung suizidaler Gedanken und einer erhöhten Hilfesuche verbunden. Zur Unterstützung der Journalisten bei dieser wichtigen Arbeit verwies Dr. Moadsiri auf aktualisierte WHO-Ressourcen, darunter „Suizidprävention: Ein Leitfaden für Medienschaffende“ und den „Live Life Kurzanleitung“, die klare und praktische Richtlinien bieten. Diese gemeinsame Anstrengung in Kambodscha stellt einen entscheidenden Schritt dar, um ein Medienumfeld zu fördern, das durch informierte und mitfühlende Berichterstattung aktiv zur öffentlichen Gesundheit und Suizidprävention beiträgt.

Quelle: Buth Reaksmey Kongkea, Media trained in responsible suicide reporting to save lives, Khmer Times, 25. Dezember 2025.
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