Kambodschas Ministerin für Kultur und Bildende Künste, Phoeung Sakona, hat bei der 25. Sitzung der UNESCO-Vertragsstaaten, die vom 24. bis 25. November 2025 stattfand, eine dringende und wegweisende Forderung gestellt. Im Zentrum ihrer Intervention stand die Notwendigkeit klarer und verbindlicher internationaler Vorschriften, um die unbefugte Vervielfältigung und Fälschung von Welterbestätten wirksam zu bekämpfen. Die Sitzung, die unter der Leitung von Gayane Umerova stattfand, bot Ministerin Sakona die Plattform, um Kambodschas tiefe Besorgnis über aktuelle Trends auszudrücken.
Zunächst würdigte Ministerin Sakona die bisherigen Erfolge der Zusammenarbeit zwischen dem Welterbezentrum und den Mitgliedsstaaten. Sie hob hervor, wie diese Kooperation maßgeblich zur Erhaltung, Verwaltung und zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung von sowohl kulturellem als auch natürlichem Welterbe weltweit beigetragen hat. Diese positiven Beispiele zeigten das Potenzial gemeinsamer Anstrengungen zum Schutz des globalen Erbes.
Doch der Kern ihrer Ansprache widmete sich den zunehmenden Herausforderungen: der alarmierenden Tendenz der widerrechtlichen Aneignung und Nachahmung von Welterbegütern. Sie sprach detailliert über die Problematik der Fälschung originaler Formen von Welterbestätten und wies nachdrücklich auf die signifikanten Mängel und die fehlende Durchsetzbarkeit der operativen Bestimmungen in den UNESCO-Konventionen von 1970 und 1972 hin. Diese Konventionen, die ursprünglich zum Schutz von Kulturgütern geschaffen wurden, scheinen den modernen Formen des Missbrauchs nicht mehr ausreichend gewachsen zu sein. Die Lücken in diesen rechtlichen Rahmenbedingungen erlauben es Dritten, Welterbestätten ohne die erforderlichen Genehmigungen zu reproduzieren oder ihre ursprüngliche Gestalt zu verändern, was eine ernsthafte Bedrohung für die Authentizität und den universellen Wert dieser unwiederbringlichen Stätten darstellt.
Ein konkretes Beispiel, das Ministerin Sakona zur Veranschaulichung ihrer Bedenken anführte, war die Errichtung einer Nachbildung des berühmten Angkor Wat-Tempels in einem Nachbarland. Dieses Thema hatte sie bereits in einer Intervention im Juli 2025 zur Sprache gebracht. Sie argumentierte vehement, dass solche Handlungen nicht nur einen eklatanten Mangel an ethischem Bewusstsein offenbarten, sondern weitreichende negative Konsequenzen nach sich ziehen könnten. Eine solche Nachahmung gefährdet nicht nur den ursprünglichen Zustand und den herausragenden universellen Wert des Originals, sondern beeinträchtigt auch die kulturelle Identität und das immaterielle Erbe der lokalen Bevölkerung. Für Kambodscha als Hüter des originalen Angkor Wat ist dies eine direkte Verletzung seines nationalen Stolzes und seiner historischen Verbindung zu diesem symbolträchtigen Ort.
Abschließend appellierte Ministerin Phoeung Sakona im Namen Kambodschas mit Nachdruck an das Welterbezentrum und den Rechtsbeirat der UNESCO, dieser Problematik unverzüglich und mit höchster Priorität zu begegnen. Sie forderte die sofortige Festlegung klarer und unmissverständlicher Richtlinien innerhalb der bestehenden Konventionen von 1970 und 1972. Zudem betonte sie die Notwendigkeit einer verstärkten Zusammenarbeit mit allen Vertragsstaaten, um präventive Maßnahmen gegen die im Zuge der Globalisierung möglicherweise entstehenden negativen Aktivitäten zu entwickeln. Ziel ist es, das globale Kulturerbe nicht nur zu bewahren, sondern auch vor zukünftigen Bedrohungen zu schützen und seine Integrität für kommende Generationen zu gewährleisten.
Quelle: កែវ រចនា, រដ្ឋមន្រ្តីក្រសួងវប្បធម៌ស្នើឱ្យមានបទបញ្ញត្តិច្បាស់លាស់អំពីការលួចចម្លងបេតិកភណ្ឌពិភពលោក, Khmer Times, Aktuelles Datum nicht verfügbar (Bericht über zukünftiges Ereignis).
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