Krama: Kambodscha feiert UNESCO-Aufnahme und Kulturerbe

Krama: Kambodscha feiert UNESCO-Aufnahme und Kulturerbe

Kambodscha hat den ersten Jahrestag der Aufnahme des traditionellen Krama-Schals in die Repräsentative Liste des immateriellen Kulturerbes der Menschheit der UNESCO gefeiert. Die Inschrift erfolgte am 4. Dezember 2024 in Asunción, Paraguay, und wurde gestern, am 5. Dezember 2025, von Premierminister Hun Manet und Senatspräsident Hun Sen online gewürdigt. Beide hoben die tiefe kulturelle Bedeutung des Krama als Symbol der nationalen Identität hervor.

Die Aufnahme des Krama wird als bedeutender Erfolg für Kambodschas Bestreben angesehen, sein immaterielles Kulturerbe zu bewahren und zu schützen. Es fördert nicht nur den Nationalstolz, sondern stärkt auch Kambodschas Identität auf internationaler Ebene. Der Krama ist ein traditionelles Tuch aus Baumwolle oder Seide mit einem charakteristischen Karomuster, das vielseitig im Alltag verwendet wird – sei es beim Baden, als Kopf- oder Nackenbedeckung oder zum Abwischen von Schweiß. Laut dem kambodschanischen Inventar des immateriellen Kulturerbes stammt das Wort "krama" aus dem Persischen und fand möglicherweise nach dem 14. Jahrhundert Eingang in die Khmer-Sprache. Es ist in städtischen und ländlichen Gemeinden weit verbreitet.

Obwohl keine offizielle Zeremonie stattfand, würdigte Premierminister Hun Manet den Anlass mit einem Video auf seiner Facebook-Seite, das die vielfältigen Vorteile und Anwendungen des Khmer Krama im täglichen Leben der Kambodschaner zeigt. Senatspräsident Hun Sen betonte ebenfalls auf Facebook, dass der Krama nicht nur ein Schal des täglichen Gebrauchs sei, sondern ein starkes Symbol der kambodschanischen Kultur und nationalen Identität. Er erscheint in fast allen Lebensbereichen, von ländlicher Arbeit über nationale Feste bis hin zu religiösen Zeremonien und sozialen Bindungen. Hun Sen rief alle Kambodschaner dazu auf, das Weben und die Nutzung des Khmer Krama als Erbe für zukünftige Generationen weiterhin zu bewahren, zu schützen und zu fördern.

Der Krama ist das siebte immaterielle Kulturerbe, das Kambodscha erfolgreich in die UNESCO-Liste aufnehmen konnte. Zuvor wurden bereits das Königliche Ballett, Sbek Thom (Großes Schattentheater), das Tauziehen, Chapei Dang Veng, Lakhon Khol Wat Svay Andet und Bokator anerkannt. Das Wissen um das Krama-Weben wird von Generation zu Generation weitergegeben und ist landesweit in vielen Distrikten lebendig. Eine besondere Anerkennung erhielt der Krama auch am 1. Juli 2018, als ein über 1.000 Meter langes Exemplar ins Guinness-Buch der Rekorde aufgenommen wurde, organisiert vom GOGO Cambodia Team mit Tausenden von Teilnehmern.

Quelle: Torn Vibol, Cambodia marks krama’s inclusion on UNESCO list, Khmer Times, December 5, 2025.
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