Kambodscha beteiligt sich an der weltweiten Kampagne „16 Days of Activism“ unter dem nationalen Motto „Ending Digital Technology-Facilitated Violence Against Women and Girls“. Diese Initiative ist Teil globaler Bemühungen zur Beendigung geschlechtsspezifiger Gewalt und läuft bis zum 10. Dezember. Das Ministerium für Frauenangelegenheiten (MOWA) bestätigte, dass Kambodscha sich jährlich an dieser Kampagne beteiligt, was das Engagement der Regierung für den Schutz aller Menschen, insbesondere derer, die am anfälligsten für Gewalt sind, widerspiegelt.
Das diesjährige Thema konzentriert sich darauf, das Bewusstsein für Online- und technologiebezogene Gewaltformen zu schärfen, die Frauen und Mädchen zunehmend betreffen. Die Kampagne zielt darauf ab, Präventionsmaßnahmen zu stärken, Reaktionsmechanismen zu verbessern und die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Interessengruppen zu fördern, darunter religiöse Einrichtungen, die Kunstszene, der Privatsektor und die Zivilgesellschaft.
Zu den Kernzielen gehören die Förderung positiver öffentlicher Einstellungen, die Unterstützung von Dienstleistern bei der Hilfe für Überlebende sowie die Motivation junger Menschen, Behörden und der Öffentlichkeit, sich an der Beendigung aller Formen geschlechtsspezifischer Gewalt zu beteiligen. Das Ministerium fordert alle gesellschaftlichen Sektoren auf, sich den Bemühungen anzuschließen, um sicherere digitale Räume zu schaffen und sicherzustellen, dass Frauen und Mädchen sowohl online als auch offline gewaltfrei leben können.
Dr. Catharina Boehme, WHO-Beauftragte für Südostasien, hob in einer Botschaft hervor, dass Gewalt gegen Frauen eine massive Krise der öffentlichen Gesundheit und der Menschenrechte darstellt, die fast jede dritte Frau in ihrem Leben betrifft. Neueste Schätzungen zur Gewalt in engen Partnerschaften (IPV) zeigen, dass die lebenslange IPV-Prävalenz in Südostasien bei 31,5 % liegt, einer der höchsten Werte unter allen WHO-Regionen.
Digitale Gewalt, einschließlich Cyberstalking, missbräuchlicher Bildnutzung, Trolling, Doxxing und Online-Belästigung, nimmt alarmierend schnell zu. Laut UN Women haben weltweit zwischen 16 % und 58 % der Frauen und Mädchen irgendeine Form von Online- oder technologiegestützter Gewalt erfahren. Die WHO engagiert sich für die Förderung der Geschlechtergleichstellung in und durch Gesundheit und Wohlbefinden. Das 14. Allgemeine Arbeitsprogramm der WHO identifiziert die Verbesserung der „Gesundheitsversorgungsabdeckung und des finanziellen Schutzes zur Bekämpfung von Ungleichheit und Geschlechterungleichheiten“ als eines von sechs strategischen Zielen für 2025–2028.
Dr. Boehme betonte, dass Gesundheit und Wohlbefinden sowohl ein Ausgangspunkt als auch ein Beschleuniger für die Geschlechtergleichstellung sind. Sie appellierte: „Unsere Führung, unsere Stimme und unsere täglichen Handlungen – online und offline – können dazu beitragen, die Transformation voranzutreiben.“
Quelle: Sen David, Campaign launched to end digital violence against women, Khmer Times, November 27, 2025.
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