Der Artikel von David Van analysiert Kambodschas wirtschaftliche und politische Entwicklung und stellt sie der Thailands gegenüber. Jahrzehntelange Konflikte und Instabilität, insbesondere die Ära der Roten Khmer, hinterließen tiefe Narben und behinderten den institutionellen und sozialen Wiederaufbau Kambodschas, während Thailand kontinuierlich die Grundlagen für eine langfristige Entwicklung legte. Diese Divergenz führte dazu, dass Kambodscha seinen Fortschritt immer wieder neu starten musste, was die Bildung robuster Institutionen verlangsamte und die wirtschaftliche Diversifizierung verzögerte. Infolgedessen war das Wachstum Kambodschas oft fragil, anfällig für externe Schocks und ungleich verteilt.
Der Autor betont, dass nachhaltige Entwicklung, wie Thailands Erfahrung zeigt, aus Stabilität, guter Regierungsführung und kontinuierlichen Investitionen in Menschen und Systeme resultiert, anstatt nur aus schneller Expansion. Für Kambodscha besteht die Lektion darin, aus seiner Vergangenheit und den Erfahrungen seiner Nachbarn zu lernen und sich auf starke Institutionen, sozialen Zusammenhalt und eine bewusste wirtschaftliche Diversifizierung zu konzentrieren, um eine widerstandsfähige und inklusive Zukunft aufzubauen.
Eine zentrale Herausforderung war das Fehlen dauerhafter Institutionen. Regierungssysteme wurden häufig ohne Kontinuität aufgebaut, demontiert und wieder aufgebaut, was dazu führte, dass der Staat eher von Einzelpersonen als von etablierten Prozessen abhing. Diese Fragilität wurde durch wiederholte Störungen der Bildung und Wissensvermittlung verschärft, die zum Verlust von institutionellem Gedächtnis und Humankapital führten. Die wirtschaftliche Entwicklung, obwohl manchmal schnell, basierte auf engen Fundamenten wie Landwirtschaft, Bekleidungsindustrie, Bauwesen und später Tourismus. Diesen Sektoren fehlten oft tiefe nationale Lieferketten oder Innovationsökosysteme, was die Wirtschaft anfällig machte.
Darüber hinaus konzentrierten sich Reformbemühungen oft auf kurzfristige Ergebnisse statt auf systemische Transformationen, und eine vereinheitlichende langfristige nationale Vision, die politische Übergänge überleben konnte, fehlte oft, was zu fragmentiertem Fortschritt führte.
Trotz dieser Herausforderungen sind Kambodschas Überleben und seine Fähigkeit, die soziale Ordnung und wirtschaftliche Funktionen innerhalb einer Generation wiederherzustellen, bemerkenswert und unterstreichen eine oft unterschätzte Widerstandsfähigkeit. Heute steht Kambodscha an einem Scheideweg und muss Wachstum in Beständigkeit umwandeln sowie von der bloßen Erholung zu Resilienz, Stabilität und intentionalem Design übergehen. Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der zukünftige Erfolg davon abhängt, die Lehren aus der Vergangenheit zu verinnerlichen: in Menschen zu investieren, Institutionen zu stärken und sich einer kohärenten nationalen Entwicklungslinie zu verpflichten, um seine Geschichte von einer der ewigen Erholung zu einer der bewussten Transformation zu wandeln.
Quelle: David Van, Why Cambodia’s next growth chapter hinges on structural reform, Khmer Times, January 1, 2026.
Link zum Artikel
