Kambodschas Tourismus widerstandsfähig trotz Grenzkonflikt

Kambodschas Tourismus widerstandsfähig trotz Grenzkonflikt

Der vorliegende Artikel beleuchtet die Widerstandsfähigkeit des kambodschanischen Tourismussektors, der trotz erheblicher Störungen durch den Grenzkrieg zwischen Kambodscha und Thailand Mitte 2025 zu kämpfen hat. Chhay Sivlin, Präsidentin der Cambodia Association of Travel Agents (CATA), betonte, dass zwei bewaffnete Konflikte das Vertrauen der Reisenden negativ beeinflusst und zu Stornierungen sowie finanziellen Belastungen in der gesamten touristischen Lieferkette geführt haben. Die Kämpfe erstreckten sich sogar bis in die Provinz Siem Reap, wo sich die wichtige UNESCO-Weltkulturerbestätte Angkor Wat befindet.

Nach einem kurzen fünftägigen Konflikt im Juli erholte sich der Sektor rasch und bereitete sich auf die Hochsaison vor. Eine nachfolgende, ernstere 21-tägige Auseinandersetzung zerstörte diese Hoffnungen jedoch und versetzte internationale Reisende erneut in Alarmbereitschaft. Trotz dieser Herausforderungen kehrt das Vertrauen langsam zurück, und Touristen, insbesondere aus Indien, besuchen weiterhin das Land. Kambodschas kulturelles Erbe, angeführt von Angkor Wat, Phnom Penh und den Küstenregionen, bleibt eine starke Anziehungskraft.

Die finanziellen Auswirkungen für Reisebüros und Betreiber waren gravierend. Reiseveranstalter tragen in der Hochsaison erhebliche Vorlaufkosten für Buchungen von Hotels und Dienstleistungen. Nicht erstattungsfähige Anzahlungen gehen bei Reisestornierungen verloren. Diese Belastung hat sich auf das gesamte Tourismus-Ökosystem ausgewirkt, darunter Hotels, Restaurants und andere unterstützende Unternehmen. Zusätzlicher Druck entsteht durch Berichte von Reisenden, die bei der Durchreise durch Thailand Unannehmlichkeiten und übermäßige Befragungen erfahren, was die Wahrnehmung von Kambodschas Sicherheit und Zugänglichkeit negativ beeinflussen kann.

Desinformationskampagnen, die oft mit internationalen Streitigkeiten einhergehen, stellen eine weitere ernsthafte Herausforderung dar. Negative Darstellungen bezüglich Sicherheit oder Infrastruktur können potenzielle Touristen abschrecken, die solche Informationen möglicherweise nicht überprüfen. Um dem entgegenzuwirken, forderte Sivlin eine gemeinsame Reaktion von Regierung, Privatwirtschaft und Bürgern, um Kambodscha mit genauen Informationen zu vermarkten. Sie betonte, dass die touristische Infrastruktur des Landes weitgehend intakt sei.

Interessanterweise hat der Konflikt auch Chancen für den Inlandstourismus geschaffen. Ein wachsendes nationalistisches Gefühl hat viele Kambodschaner dazu ermutigt, ihr eigenes Land zu erkunden, anstatt nach Thailand zu reisen, was die lokalen Ausgaben und die patriotische Unterstützung fördert. International hat sich Indien als entscheidender Markt erwiesen, mit verbesserter Fluganbindung und einer starken Resonanz auf Kambodschas religiöses und kulturelles Erbe. Sivlin sieht darin eine „goldene Gelegenheit“, warnt jedoch, dass nachhaltige Investitionen in Servicequalität und Gastfreundschaftsstandards entscheidend sind. Sie rief alle Kambodschaner zur Zusammenarbeit auf, um den Tourismussektor und den wirtschaftlichen Ruf des Landes zu stärken.

Quelle: Taing Rinith, Tourism sector bruised, but not battered by border conflict, Khmer Times, January 6, 2026.
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