Kambodschas Steuereinnahmen stärken Katastrophenfinanzierung erheblich

Kambodschas Steuereinnahmen stärken Katastrophenfinanzierung erheblich

Kambodscha hat sich laut einem aktuellen Bericht der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) als eine der wenigen Schwellenländer herauskristallisiert, die in den letzten zwei Jahrzehnten ein erhebliches Wachstum ihres Steuer-BIP-Verhältnisses erzielt haben. Diese Entwicklung stärkt die Fähigkeit des Landes erheblich, die Reaktion und Wiederherstellung nach Katastrophen zu finanzieren. Der Bericht hebt hervor, dass Kambodscha in 'Emerging Asia' für seine nachhaltige Verbesserung der Einnahmemobilisierung herausragt, was der Regierung mehr fiskalischen Spielraum verschafft hat, um die zunehmenden Risiken durch Naturkatastrophen zu bewältigen.

Das Steuer-BIP-Verhältnis Kambodschas stieg im letzten Jahrzehnt deutlich an, von etwa 10–13 Prozent im Zeitraum 2009–2013 auf einen Höchststand von fast 22 Prozent im Jahr 2019. Dieses Wachstum wurde hauptsächlich durch Steuerreformen und eine verbesserte Einnahmeverwaltung vorangetrieben. Obwohl das Verhältnis während der Covid-19-Pandemie sank – auf 13 bis 18,5 Prozent von 2021 bis 2023 –, bleibt es laut OECD-Bericht eine der stärksten Wachstumstrajektorien in Südostasien. Dieser fiskalische Fortschritt hat Kambodscha geholfen, seine Optionen zur Katastrophenrisikofinanzierung zu erweitern, während sich klimabedingte Bedrohungen in der Region intensivieren.

Die OECD betonte auch Unterschiede in der Steuerstruktur zwischen 'Emerging Asia' und fortgeschrittenen OECD-Volkswirtschaften. Länder in der ASEAN, einschließlich Kambodscha, sowie China, verlassen sich stärker auf Verbrauchssteuern wie die Mehrwertsteuer und andere Steuern auf Waren und Dienstleistungen. Im Gegensatz dazu erheben sie einen geringeren Anteil aus Einkommenssteuern und einen relativ größeren Anteil aus Körperschaftssteuern, was die vorherrschenden Steuerstrukturen in der Region widerspiegelt.

Trotz Verbesserungen der fiskalischen Kapazität steht Kambodscha weiterhin vor Herausforderungen beim Schutz von Haushalten und Unternehmen vor katastrophenbedingten Verlusten. Die Durchdringung von Hochwasserversicherungen bleibt gering, und ein weit verbreiteter Markt für Wohngebäude-Hochwasserversicherungen existiert derzeit nicht. Bestehende Initiativen beschränken sich weitgehend auf Mikroversicherungen oder Pilotprogramme für Wetterrisiken, die noch keine breite Akzeptanz gefunden haben. Zwischen 1990 und 2024 machten hydrologische Katastrophen, hauptsächlich Überschwemmungen, den größten Anteil der wirtschaftlichen Verluste in Kambodscha aus und beliefen sich auf schätzungsweise 1,6 Milliarden US-Dollar.

Derzeit stützt sich die Katastrophenfinanzierung Kambodschas auf Notfallfonds, Haushaltsumschichtungen und Geberzuschüsse. Obwohl Fortschritte durch Mikroversicherungs-Pilotprojekte und Aktivitäten zur finanziellen Vorsorge erzielt wurden, warnte die OECD, dass fiskalische Engpässe und wachsende Risikoexposition weiterhin wiederkehrende Finanzierungslücken schaffen. Diese Situation unterstreicht die Notwendigkeit einer umfassenden nationalen Katastrophenrisikofinanzierungsstrategie, einer stärkeren Notfallbudgetierung und skalierbaren Versicherungslösungen für Haushalte und Kleinunternehmen.

Quelle: Sreekanth Ravindran, Rise in tax revenue boosts disaster financing capacity, Khmer Times, January 1, 2026.
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