Kambodschas SEA Games-Rückzug in Thailand: Eine kluge Strategie

Kambodschas SEA Games-Rückzug in Thailand: Eine kluge Strategie

Vath Chamroeun, Staatssekretär im Ministerium für Bildung, Jugend und Sport sowie Generalsekretär des Nationalen Olympischen Komitees von Kambodscha (NOCC), hat die Entscheidung Kambodschas, an den 33. Südostasienspielen (SEA Games) in Thailand im Jahr 2025 teilzunehmen und sich später wieder zurückzuziehen, als eine sorgfältig geplante Strategie bezeichnet. Diese Entscheidung, so Chamroeun, erhielt direkte Unterstützung von den nationalen Führern, insbesondere von Premierminister Hun Manet.

Chamroeun erläuterte, dass Kambodscha seine Verpflichtungen in vollem Umfang erfüllt hatte. Dies umfasste die Teilnahme an allen notwendigen Sitzungen, das Hissen der Nationalflagge und die Teilnahme an der feierlichen Eröffnungszeremonie der SEA Games. Damit sei die Mission in allen zeremoniellen Aspekten abgeschlossen gewesen, mit Ausnahme des eigentlichen sportlichen Wettkampfes. Der strategische Rückzug sollte der internationalen Gemeinschaft verdeutlichen, dass Kambodscha unter den spezifischen Umständen, die sich ergaben, nicht in der Lage war, an den Wettbewerben teilzunehmen. Er betonte, dass alle Athleten angereist waren, ein Antreten jedoch ausgeschlossen war.

Besonders bemerkenswert ist Chamroeuns Beschreibung der Lage: Obwohl er die Gastfreundschaft und hervorragende Organisation des Gastgebers Thailand lobte und anerkannte, dass die Veranstaltung den sportlichen Protokollen entsprechend durchgeführt wurde, sprach er von einer Situation, in der "der Eigentümer des Landes, der Inhaber der Macht, der Eigentümer des Landes, kam, um unser Zuhause anzugreifen". Diese drastische Metapher impliziert eine schwerwiegende Verletzung der nationalen Souveränität oder eine Bedrohung, die über den sportlichen Kontext hinausgeht. Chamroeun stellte die rhetorische Frage, ob man unter solchen Umständen, wenn das "Zuhause angegriffen und verbrannt" wird, noch unbeteiligt bleiben und antreten könne. Diese Formulierung hebt die ernste politische Dimension der Entscheidung hervor.

Der NOCC-Generalsekretär stellte klar, dass die Entscheidung kein spontaner Akt war, sondern das Ergebnis vorausschauender Überlegungen. Die Frage, warum dies nicht bereits früher bedacht wurde, beantwortete er damit, dass die Möglichkeit eines solchen Szenarios bereits im Vorfeld evaluiert worden sei. Es sei eine vorherige Absprache getroffen worden, dass im Falle eines "Krieges" ein Rückzug erfolgen müsse. Er unterstrich, dass jede einzelne Phase dieser Strategie direkt von Samdech Thipadei angeordnet und alle Schritte bereits im Vorfeld detailliert skizziert worden waren. Dies zeigt die umfassende Planung und die hohe politische Bedeutung, die dieser Entscheidung auf nationaler Ebene beigemessen wurde.

Der strategische Rückzug Kambodschas von den SEA Games, obwohl die zeremoniellen Pflichten erfüllt wurden, sendet ein starkes politisches Signal. Er demonstriert die Entschlossenheit Kambodschas, auf wahrgenommene Bedrohungen der nationalen Interessen auch auf der Bühne internationaler Sportveranstaltungen zu reagieren und gegebenenfalls sportliche Ambitionen nationalen Sicherheitsbedenken unterzuordnen. Die Entscheidung ist somit als ein Ausdruck nationaler Souveränität und strategischer Selbstbehauptung zu verstehen, die auf den höchsten Ebenen der Regierung geplant und autorisiert wurde.

Quelle: Vath Chamroeun, VIDEO: Participation and Withdrawal from SEA Games in Thailand a Correct Strategy, Says Official, Khmer Times, 14. Dezember 2025.
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