Kambodschas Industriesektor wächst 2026 um prognostizierte 7,1 Prozent

Kambodschas Industriesektor wächst 2026 um prognostizierte 7,1 Prozent

Kambodschas Industriesektor wird voraussichtlich 2026 um 7,1 Prozent wachsen, was zwar ein langsameres Tempo als die 7,8 Prozent im Jahr 2025 darstellt, aber die zugrunde liegende Widerstandsfähigkeit der wichtigsten Teilsektoren trotz globaler wirtschaftlicher Unsicherheiten und anhaltender Auswirkungen von Zollsätzen auf kambodschanische Exporte widerspiegelt. Diese Prognose geht aus den unterstützenden Dokumenten des Ministeriums für Wirtschaft und Finanzen für das Haushaltsgesetz 2026 hervor, die auch eine durchschnittliche industrielle Wachstumsrate von 7,4 Prozent mittelfristig (2026 bis 2028) prognostizieren.

Die Verlangsamung des Industriesektors ist hauptsächlich auf eine schwächere Leistung in den Bekleidungs- und Nicht-Bekleidungs-Fertigungssegmenten zurückzuführen, die beide externen Gegenwinden wie Zolldruck und gedämpfter Nachfrage in Schlüsselmärkten ausgesetzt sind. Unterstützende Teilsektoren, insbesondere die Lebensmittel- und Getränkeherstellung sowie bauliche Aktivitäten im Zusammenhang mit der Industrieentwicklung, werden jedoch voraussichtlich die allgemeine Dynamik des Sektors aufrechterhalten.

Der Bekleidungssektor, eine der Vorzeigeindustrien Kambodschas, wird voraussichtlich weiter expandieren, bleibt aber unter seiner Wachstumsentwicklung vor der Pandemie. Eine stabile Nachfrage aus der Europäischen Union und den ASEAN-Märkten stützt diese Erholung, während die Exporte in die Vereinigten Staaten möglicherweise unterdurchschnittlich bleiben. Nationale Reformen und Strategien sollen die Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Wertschöpfung verbessern. Die Umsetzung der „Cambodia Garment, Footwear and Bag Industry Development Strategy 2022–2027“ trägt zur Verbesserung der Investitionsbedingungen bei.

Für Kambodschas zukünftige Herabstufung vom Status eines am wenigsten entwickelten Landes (LDC) ist eine „Smooth Transition Strategy“ von entscheidender Bedeutung, um die Wertschöpfungskette der Bekleidungsindustrie angesichts erhöhter regionaler Konkurrenz zu stärken. Auch der Nicht-Bekleidungs-Fertigungssektor soll sich nach einer Verlangsamung 2026 stabil entwickeln, angetrieben durch strategische Exporte, globale Produktionskettenverschiebungen und den heimischen Markt.

Die Lebensmittel- und Getränkeherstellung bleibt einer der stärksten Wachstumstreiber, unterstützt durch kontinuierliche Investitionen, erweiterte Produktion und steigenden Binnenkonsum. Investitionsanreize und Strategien zur Unterstützung von KMU spielen eine wichtige Rolle bei der Anziehung ausländischer Investitionen. Diversifizierungsbemühungen, wie der „Framework for the Development of Agro-Industrial Parks“ und das „Special Programme to Promote Investment in the Four Northeastern Provinces 2025-2028“ (SPIN), sollen die Grundlagen des Industriesektors stärken.

Der Bausektor erholt sich ebenfalls, wenn auch langsam und unter dem Niveau vor COVID-19. Wachstumstreiber sind die Wohnungsnachfrage und der Anstieg von Bauprojekten für die Industrie, insbesondere Fabriken und Lagerhäuser. Regierungsmaßnahmen sollen zur Stabilisierung des Immobilienmarktes beitragen. Insgesamt signalisiert die mittelfristige Prognose des Ministeriums einen vorsichtigen Optimismus, gestützt auf Diversifizierungsbemühungen und gezielte Maßnahmen.

Lor Vichet, Vizepräsident der Cambodia Chinese Commerce Association (CCCA), betont die starke Exportabhängigkeit Kambodschas, die die Wirtschaft anfällig für externe Einflüsse macht. Er weist auf einen effektiven Zollsatz von etwa 19 Prozent auf kambodschanische Exporte in die USA hin. Er fordert die Regierung auf, Geschäftslizenzierungsverfahren zu straffen und die Überabhängigkeit vom US-Markt (ca. 40 % der Exporte) zu verringern, indem die anderen 60 Prozent der Exportmärkte gestärkt werden.

Quelle: Sum Manet, Cambodia’s industrial sector forecast to expand 7.1% in 2026, Khmer Times, November 21, 2025.
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