Kambodschas Handel verzeichnete 2025 ein robustes Wachstum, steht jedoch weiterhin vor Ungleichgewichten, einer starken Abhängigkeit von Schlüsselpartnern und regionalen Unsicherheiten. Für 2026 sind Diversifizierung, die Stärkung lokaler Industrien und widerstandsfähige Lieferketten entscheidend, um das Wachstum aufrechtzuerhalten und externen Schocks standzuhalten. Die Handelsvolumen blieben zwar stabil, doch die anhaltenden Ungleichgewichte und die Anfälligkeit für externe Einflüsse erfordern dringende strategische Maßnahmen und langfristige Planung.
Kambodscha ist stark von den USA, China, Vietnam, Thailand und Japan abhängig, die den größten Teil des Außenhandels ausmachen. China blieb der größte Handelspartner mit einem bilateralen Handel von über 17,7 Milliarden US-Dollar. Dabei entstand ein Handelsdefizit von 14,7 Milliarden US-Dollar für Kambodscha, was die Abhängigkeit von chinesischen Maschinen, Konsumgütern und Industrieprodukten verdeutlicht. Exportsteigerungen nach China stehen potenziellen Risiken durch Änderungen der chinesischen Handelspolitik oder Lieferkettenstörungen gegenüber, weshalb eine Stärkung der lokalen Produktion und eine Diversifizierung der Beschaffung unerlässlich sind.
Die Vereinigten Staaten waren der zweitgrößte Handelspartner mit einem Gesamtvolumen von 11,8 Milliarden US-Dollar. Kambodscha erzielte einen starken Handelsüberschuss, der von der exportorientierten Textil- und Bekleidungsindustrie getragen wurde. Die Abhängigkeit von wenigen Sektoren macht Kambodscha jedoch anfällig für politische Verschiebungen oder wirtschaftliche Abschwünge in den USA. Handel mit Vietnam erreichte 7,13 Milliarden US-Dollar, wobei das stagnierende Exportwachstum Investitionen in Infrastruktur und verbesserte Logistik erfordert. Der Handel mit Thailand schrumpfte aufgrund anhaltender Grenzkonflikte erheblich auf 3,41 Milliarden US-Dollar, was die Lieferketten und das Anlegervertrauen beeinträchtigt. Eine diplomatische Lösung und sichere Handelskorridore sind hier entscheidend.
Japan, der fünftgrößte Partner, verzeichnete einen Handelsanstieg auf 2,3 Milliarden US-Dollar. Kambodscha exportiert Bekleidung, Agrarprodukte und Elektronik nach Japan und importiert Maschinen. Eine Vertiefung der industriellen Zusammenarbeit mit Japan kann den Technologietransfer und das nachhaltige Wirtschaftswachstum fördern.
Anthony Galliano, Vizepräsident der Amerikanischen Handelskammer in Kambodscha (AmCham), betonte die bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit des kambodschanischen Bekleidungssektors. Dieser profitierte indirekt von US-Strafzöllen auf chinesische Bekleidung, was zu einer Diversifizierung der Beschaffung und der Verlagerung von Aufträgen nach Kambodscha führte. Galliano wies darauf hin, dass die Nachhaltigkeit des Sektors stark von der Beziehung zwischen den Regierungen der USA (die 43 % der kambodschanischen Exporte abnehmen) und der Verbesserung von Zoll- und Polizeipraktiken abhängt. Zur Reduzierung des Handelsdefizits mit China schlug er eine Diversifizierung der Rohstofflieferanten vor, betonte aber gleichzeitig, dass die kritische ausländische Direktinvestitionsbeziehung zu China nicht gestört werden dürfe. Er befürwortet eine zweigleisige Strategie, um sowohl die Handelsbeziehungen mit dem größten Konsummarkt der Welt (USA) auszubauen als auch neue Märkte zu erschließen.
Quelle: Nhean Chamrong, Cambodia navigates trade growth despite imbalances, risks, Khmer Times, January 1, 2026.
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