Kambodscha: Waffenstillstand zum Schutz der Bevölkerung, sagt Premierminister

Kambodscha: Waffenstillstand zum Schutz der Bevölkerung, sagt Premierminister

Zwei Tage nach der Unterzeichnung eines Waffenstillstandsabkommens mit Thailand hat der kambodschanische Premierminister Hun Manet klargestellt, dass der Waffenstillstand weder Kapitulation noch Gebietsabtretung bedeutet. In einer nationalen Botschaft betonte Hun Manet, dass die Entscheidung für den Waffenstillstand Kambodschas festen Willen zum Frieden und die Priorität des Lebens, des Wohlergehens und der Sicherheit seiner Bevölkerung widerspiegele. Trotz der Fähigkeit, den Kampf fortzusetzen, hätte Kambodscha angesichts des Leidens von über einer halben Million Vertriebenen, Tausender Kinder, die auf die Rückkehr zur Schule warten, und Familien von Soldaten und Polizisten, die auf die Rückkehr ihrer Angehörigen warten, nichts von einer Verlängerung des Konflikts gewonnen.

Die kambodschanische Regierung wählte Verhandlungen, um die Eskalation zu stoppen und das Leid der Menschen zu minimieren. Bis gestern wurden 32 Zivilisten getötet und 93 weitere verletzt. Der Waffenstillstand ermöglicht es vertriebenen Grenzbewohnern, sicher und würdevoll nach Hause zurückzukehren, wobei die Behörden angewiesen wurden, dies zu erleichtern und Übergangslösungen zu schaffen, wo die Bedingungen unsicher bleiben. Zudem sollen im Rahmen der Vereinbarung 18 kambodschanische Soldaten freigelassen und zurückgeführt werden.

Hun Manet betonte, dass die Beibehaltung der Truppenpositionen zum Zeitpunkt des Waffenstillstands keinen Einfluss auf die Grenzziehung zwischen den beiden Ländern hat. Kambodscha behält alle Rechte zur Lösung von Grenzfragen gemäß internationalem Recht und bestehenden bilateralen Mechanismen. Beide Seiten haben zugestimmt, die Arbeit der Gemeinsamen Grenzkommission (JBC) zur Landgrenzdemarkation zügig wieder aufzunehmen, insbesondere in betroffenen Grenzgebieten, um einen dauerhaften Frieden zu gewährleisten. Kambodschas Erfahrung lehrt, dass Kriege nur durch friedliche, rechtmäßige und einvernehmliche Lösungen beendet werden können.

Der Waffenstillstand wurde von der internationalen Gemeinschaft, einschließlich der ASEAN-Staaten und Chinas, gelobt. Besonders bemerkenswert waren die Würdigungen von US-Präsident Donald Trump, der sich aktiv an den Bemühungen zur Wiederherstellung des Friedens beteiligte und die schnelle und entschiedene Lösung zwischen den südostasiatischen Nachbarn pries, während er die Rolle der Vereinten Nationen kritisierte.

Gleichzeitig wurde ein thailändischer Soldat durch eine Landmine an der Grenze verletzt, was Bedenken hinsichtlich der Zerbrechlichkeit des Waffenstillstands aufkommen ließ. Thailand hatte Kambodscha zuvor beschuldigt, neue Landminen zu legen, was Kambodscha dementierte. Trump bezeichnete die Explosionen als Unfälle. Die Königlich Thailändische Armee rief dazu auf, Bilder von Fahnenpflanzungen oder symbolischen Darstellungen zu unterlassen, um keine „Feindmarker“ preiszugeben. Kambodschanische Experten äußerten die Befürchtung, der Landminen-Vorfall könnte von thailändischer Seite inszeniert worden sein, um eine Invasion zu rechtfertigen oder Verhandlungsvorteile zu erzielen, und forderten die internationale Gemeinschaft auf, die Situation genau zu beobachten.

Quelle: Taing Rinith, Cambodia agreed to ceasefire to protect its people from the pain of conflict, says Prime Minister, Khmer Times, December 30, 2025.
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