Kambodscha und Thailand unterzeichnen umfassendes Grenzabkommen zur Deeskalation

Kambodscha und Thailand unterzeichnen umfassendes Grenzabkommen zur Deeskalation

Kambodscha und Thailand haben am 27. Dezember 2025 ein umfassendes Grenzabkommen unterzeichnet, das eine sofortige Deeskalation der Spannungen an ihrer gemeinsamen Grenze vorsieht. Das Abkommen, das auf dem 3. Sonderausschuss der Allgemeinen Grenzkommission (GBC) in Prum–Ban Pak Kard erzielt wurde, bekräftigt das Engagement beider Länder für Frieden, Dialog und regionale Stabilität. Die Verhandlungen wurden unter Beobachtung des ASEAN Observer Teams (AOT) geführt, was die Rolle der ASEAN bei der Vertrauensbildung zwischen den beiden Nachbarstaaten unterstreicht.

Die Kernpunkte des Abkommens umfassen einen sofortigen und bedingungslosen Waffenstillstand, der am 27. Dezember 2025 um 12:00 Uhr Ortszeit in Kraft trat. Dieser Waffenstillstand verbietet Angriffe auf Zivilisten, zivile Objekte und Infrastruktur sowie militärische Ziele in allen Grenzgebieten. Beide Seiten verpflichteten sich, jegliches unprovoziertes Feuer, Truppenvorstöße oder -bewegungen zu unterlassen und die derzeitigen Truppenstationierungen beizubehalten, ohne Patrouillen oder Bewegungen in Richtung der gegnerischen Positionen. Diese Regelungen beeinflussen die Grenzabgrenzung nicht; stattdessen sollen Grenzfragen an die Gemeinsame Grenzkommission (JBC) verwiesen werden, um Vermessungs- und Abgrenzungsarbeiten fortzusetzen.

Ein wesentliches Element des Abkommens ist der Schutz der von Grenzspannungen betroffenen Zivilbevölkerung. Es wurde vereinbart, dass vertriebene Zivilisten so schnell wie möglich sicher und würdevoll in ihre Häuser zurückkehren dürfen. Beide Länder verpflichteten sich außerdem, keine zusätzlichen Truppen entlang der Grenze zu stationieren und von provokativen Aktionen wie Überflügen oder militärischen Infrastrukturmaßnahmen auf fremdem Territorium abzusehen. Die Anwendung jeglicher Gewalt gegen Zivilisten oder zivile Objekte ist unter allen Umständen verboten, da dies internationales Recht verletzen würde.

Darüber hinaus betont das Abkommen die humanitäre Minenräumung im Rahmen der Ottawa-Konvention und sieht eine enge Zusammenarbeit der Joint Coordinating Task Force (JCTF) vor. Auch die Bekämpfung transnationaler Kriminalität, einschließlich Cyberbetrug und Menschenhandel, soll durch verstärkte Zusammenarbeit zwischen der kambodschanischen Nationalpolizei und der Königlich Thailändischen Polizei intensiviert werden. Um Fehlinformationen entgegenzuwirken, verpflichten sich beide Seiten, keine falschen Nachrichten zu verbreiten, und werden direkte Kommunikationskanäle zwischen ihren offiziellen Medienteams pflegen. Die ASEAN-Beobachterrolle wird gestärkt, um die Einhaltung der Maßnahmen zu überprüfen. Als vertrauensbildende Maßnahme wurde die Rückgabe von 18 kambodschanischen Soldaten vereinbart, sobald der Waffenstillstand 72 Stunden lang vollständig eingehalten wurde. Beobachter sehen in diesen detaillierten Maßnahmen einen Neuanfang für eine nachhaltige Friedenslösung.

Quelle: Khmer Times, Cambodia–Thailand sign detailed border accord outlining ceasefire, de-escalation and verification measures, Khmer Times, 27. Dezember 2025.
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