Kambodscha und Japan haben ihre feste Absicht bekräftigt, die bilaterale Zusammenarbeit im Arbeitssektor weiter auszubauen. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Verbesserung des Arbeitnehmerschutzes und der Erweiterung der Beschäftigungsmöglichkeiten für kambodschanische Staatsangehörige in Japan. Diese Zusage erfolgte während eines Treffens in Phnom Penh zwischen Heng Sour, dem kambodschanischen Minister für Arbeit und Berufsbildung, und Sakaguchi Naoto, einem Mitglied des japanischen Repräsentantenhauses.
Die beiden Seiten bewerteten die Fortschritte der bestehenden Programme, die kambodschanische technische Praktikanten und Fachkräfte nach Japan entsenden. Dabei wurden Wege zur weiteren Stärkung der Zusammenarbeit in den Bereichen Arbeitsmigration und Kompetenzentwicklung erörtert. Minister Heng Sour würdigte Japans langjährige und umfassende Unterstützung Kambodschas. Er hob insbesondere Japans Rolle bei den Friedenssicherungsprozessen, der menschlichen Ressourcenentwicklung sowie der Bereitstellung wichtiger Beschäftigungsmöglichkeiten für kambodschanische Arbeiter und Praktikanten hervor. Zudem dankte er der japanischen Regierung und den Gesetzgebern für die Einrichtung von Unterstützungsmechanismen zum Schutz der in Japan lebenden und arbeitenden kambodschanischen Arbeitskräfte.
Ein wesentlicher Diskussionspunkt war Japans geplanter Übergang zum „Employment for Skill Development“ (ESD)-System, das ab 2027 das derzeitige „Technical Intern Training Programme“ ablösen soll. Kambodscha begrüßt diese Änderung, da das ESD-System ab 2027 eine Reihe von Vorteilen mit sich bringen wird. Es wird die bestehenden Qualifikationskategorien erheblich erweitern und sich stärker an Japans etabliertem Fachkräftesystem ausrichten. Dies soll kambodschanischen Arbeitnehmern eine größere berufliche Mobilität und Flexibilität ermöglichen und gleichzeitig dazu beitragen, die Abwanderung von Arbeitskräften durch bessere Bedingungen und Anpassung an die japanischen Arbeitsmarktbedürfnisse zu reduzieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt des neuen Systems ist die Einführung von standardisierten maximalen Vermittlungsgebühren für die Entsendeländer, was die Transparenz und Fairness im Rekrutierungsprozess verbessern soll.
Sour hob hervor, dass Kambodscha bereits erhebliche Fortschritte bei der Steuerung der Arbeitsmigration erzielt hat, einschließlich der schrittweisen Reduzierung der Vermittlungsgebühren, wobei bis 2027 weitere Reduzierungen geplant sind. Sakaguchi Naoto lobte im Gegenzug Kambodschas Verbesserungen in der Arbeitsverwaltung und im Arbeitnehmerschutz. Basierend auf seinen umfangreichen Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Personalvermittlungsagenturen und japanischen Aufsichtsorganisationen versprach er, sich persönlich dafür einzusetzen, kambodschanische private Vermittlungsagenturen direkt mit ihren japanischen Pendants zu verbinden. Durch die Umgehung von Zwischenhändlern sollen die Rekrutierungskosten für kambodschanische Arbeitnehmer signifikant gesenkt und gleichzeitig die Zahl der verfügbaren Arbeitsmöglichkeiten in Japan erweitert werden, was einen direkten Nutzen für die Arbeitssuchenden darstellt.
Abschließend sprach Naoto auch sein Beileid zu den anhaltenden Spannungen an der kambodschanisch-thailändischen Grenze aus, die zu zivilen Opfern und Vertreibung geführt haben. Er drückte Japans Hoffnung aus, dass beide Länder so schnell wie möglich zum Dialog zurückkehren, einen Waffenstillstand umsetzen und den Frieden wiederherstellen werden. Er sicherte zu, kambodschanische Anliegen, insbesondere die Anliegen im Zusammenhang mit dem Wohlergehen der kambodschanischen Arbeiter in Japan, innerhalb des japanischen parlamentarischen Rahmens zur Sprache zu bringen, mit dem Ziel, die bilaterale Freundschaft und Zusammenarbeit zwischen den Nationen zu vertiefen.
Quelle: Khmer Times, Cambodia and Japan pledge to further expand cooperation in labour sector, Khmer Times, December 25, 2025.
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