Die Regierung Kambodschas hat in Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) und weiteren UN-Partnern ihre „Nationale Roadmap für Frühwarnungen für Alle (EW4ALL 2025–2028)“ offiziell vorgestellt. Dieser entscheidende strategische Plan ist darauf ausgelegt, umfassende, auf mehrere Gefahren ausgerichtete Frühwarnsysteme zu etablieren, die effektiv jede Gemeinde im Land erreichen sollen. Das übergeordnete Ziel besteht darin, die Widerstandsfähigkeit des Landes gegenüber den zunehmenden Bedrohungen durch den Klimawandel und verschiedene Katastrophenrisiken erheblich zu stärken.
Die Entwicklung dieser umfassenden Roadmap war das Ergebnis umfangreicher gemeinschaftlicher Anstrengungen, an denen zahlreiche Regierungsministerien, verschiedene UN-Organisationen und wichtige zivilgesellschaftliche Organisationen beteiligt waren. Sie wurde sorgfältig ausgearbeitet, um nahtlos mit den etablierten globalen EW4ALL-Standards übereinzustimmen und ist fest im bestehenden Katastrophenmanagementgesetz Kambodschas verankert. Ihre grundlegende Struktur basiert auf vier kritischen Säulen, die für einen robusten Katastrophenschutzrahmen unerlässlich sind: die Erfassung und Anwendung von fundiertem Risikowissen, fortschrittliche Beobachtungs- und Vorhersagefähigkeiten für potenzielle Gefahren, effiziente und weit verbreitete Strategien zur Warnverbreitung und -kommunikation sowie umfassende Vorbereitungs- und Reaktionsmechanismen auf allen Ebenen.
Minister Kun Kim, der auch als erster Vizepräsident des Nationalen Komitees für Katastrophenmanagement fungiert, betonte die tiefgreifende Bedeutung der Roadmap. Er erklärte, dass sie Kambodscha einen klaren und umsetzbaren Weg zur Stärkung der nationalen Koordinierung im Katastrophenschutz biete. Minister Kim hob die Notwendigkeit einer starken Führung, dauerhafter Partnerschaften und nachhaltiger Ressourcenzuweisung hervor und betonte, dass diese Elemente entscheidend seien, um sicherzustellen, dass Frühwarnungen nicht nur ausgegeben, sondern aktiv in entschlossene Maßnahmen umgewandelt werden, wodurch inhärente Schwachstellen in greifbare Widerstandsfähigkeit umgewandelt werden.
Die Roadmap, die im August vom Premierminister gebilligt wurde, priorisiert mehrere Schlüsselbereiche: die Förderung einer verbesserten Koordination zwischen allen Beteiligten, strategische Investitionen in modernste Frühwarntechnologien und -infrastruktur und, am wichtigsten, die Einführung eines „menschenzentrierten“ Ansatzes für alle Aspekte der Katastrophenvorsorge. Jo Scheuer, der UN-Residentenkoordinator in Kambodscha, betonte ferner, dass die erfolgreiche und nachhaltige Umsetzung der „Early Warning for All“-Roadmap von der Einrichtung eines starken, regierungsgeführten institutionellen Mechanismus abhängen wird. Dieser Mechanismus muss in der Lage sein, alle relevanten Ministerien und Partnerorganisationen effektiv zu mobilisieren, um die rechtzeitige und zuverlässige Übermittlung von Warnungen zu gewährleisten, die für die Rettung von Menschenleben und den Schutz von Existenzen unerlässlich sind.
Die Dringlichkeit und kritische Bedeutung dieser fortschrittlichen Frühwarnsysteme sind in Kambodscha besonders ausgeprägt. Dies liegt an der demografischen Realität, dass fast 80 Prozent der kambodschanischen Bevölkerung in ländlichen, klimasensiblen geografischen Gebieten lebt. Darüber hinaus sind etwa 65 Prozent der Bevölkerung direkt von der Landwirtschaft für ihren täglichen Lebensunterhalt und ihr wirtschaftliches Wohlergehen abhängig. In einem solchen Kontext wird die Bereitstellung präziser und zeitnaher Warnungen vor vorherrschenden Gefahren wie Überschwemmungen, Dürren und schweren Stürmen absolut entscheidend für die Sicherung der nationalen Nahrungsmittelversorgung und der gesamten gesellschaftlichen Stabilität. Das WFP hat zugesagt, eng mit dem Nationalen Komitee für Katastrophenmanagement zusammenzuarbeiten. Gemeinsam werden sie eine dynamische Plattform zur Koordinierung mehrerer Interessengruppen einrichten, die wichtige Regierungsministerien und eine Reihe internationaler Partner, darunter UNDP, FAO, IFAD und die Weltbank, zusammenbringen soll. Diese kollaborative Plattform soll eine kohärente, integrierte und hochwirksame Umsetzung aller Frühwarninitiativen im ganzen Land gewährleisten.
Quelle: Khmer Times, Cambodia launches national roadmap to save lives with people-centred early warning systems, November 23, 2025.
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