Kambodscha, dessen Wirtschaft stark vom Export abhängt, hat die Verbesserung von Qualität, Sicherheit und Standards als unerlässlich für die Ausweitung seiner Handelsbeziehungen erkannt. Die Regierung stärkt regulatorische Rahmenwerke und ermutigt Exporteure zur Einhaltung internationaler Standards. Das Handelsministerium konzentriert sich auf die Zusammenarbeit mit über 400 EU-Unternehmen bezüglich Marktinformationen und die aktive Ermutigung lokaler Produzenten zur Anpassung an globale Normen. Staatssekretär Samheng Bora betonte, dass kambodschanische Produkte ohne anerkannte Standards keinen Zugang zu internationalen Märkten finden würden. Dieser strategische Wandel zielt darauf ab, von niedrigpreisigen Exporten zu höherwertigen, verarbeiteten Gütern überzugehen, die globalen Erwartungen entsprechen. Durch die Stärkung der Qualitätsstandards in der Landwirtschaft, Agroindustrie und Fertigung will Kambodscha bestehende und neue Märkte erschließen sowie seine Position in globalen Wertschöpfungsketten verbessern.
Pen Sovicheat, Staatssekretär und Sprecher des Handelsministeriums, hob die strategische Vision der Regierung unter Premierminister Hun Manet hervor, die auf dem Ansatz „Altes bewahren und Neues schaffen“ basiert. Das Ministerium arbeitet daran, bestehende Märkte zu stärken und neue zu erschließen, indem es die Effizienz und den Umfang der Operationen im Rahmen der „Pentagon-Strategie“ erhöht. Kambodscha zeigt ein starkes Potenzial in der Landwirtschaft, der Agroindustrie und der verarbeiteten Industrie; es ist beispielsweise der fünftgrößte Reisexporteur der Welt. Auch Kaschu-Nüsse und Pfeffer sind wichtige Exportgüter.
Um die Exporte weiter zu fördern, verbessert das Handelsministerium das Geschäftsumfeld für Investoren durch Handelsvereinfachung, erweiterten Marktzugang, stärkere Zusammenarbeit mit dem Privatsektor und gezielte Exportförderungsinitiativen. Dazu gehören Treffen zwischen lokalen Produzenten und Supermarktbetreibern sowie die Einrichtung einer Exportförderungs-Arbeitsgruppe. Das Export Service Center (ESC) und das Freihandelsabkommen (FTA)-Portal bieten zudem verlässliche Informationen und technische Unterstützung.
Die Einhaltung internationaler Standards ist ein kritisches Fundament. Kambodscha stärkt seine Nationale Qualitätsinfrastruktur (NQI), um sicherzustellen, dass lokal hergestellte Waren globalen Anforderungen entsprechen. Das Institut für kambodschanische Standards (ISC) spielt eine zentrale Rolle bei der Harmonisierung nationaler und internationaler Standards. Exporteure werden ermutigt, international anerkannte Zertifizierungen wie ISO, HACCP, GMP und Global GAP zu erwerben. Diese erhöhen die Produktqualität, das Vertrauen der Käufer und den Zugang zu hochwertigen internationalen Märkten. Samheng Bora wies auf das starke Wachstum der Exporte hin, die in den ersten zehn Monaten des Jahres 2024 26 Milliarden US-Dollar und 2025 25 Milliarden US-Dollar erreichten.
Trotz der hohen Qualität kambodschanischer Kaschu-Nüsse gibt es nur wenige Verarbeitungsunternehmen, die internationale Lebensmittelstandards erfüllen, was die Wichtigkeit von Standardisierung und Kostensenkung unterstreicht. Deutschland und die EU unterstützen Kambodscha beim Aufbau einer robusten und nachhaltigen Wertschöpfungskette im Agrarsektor. Die Teilnahme Kambodschas an internationalen Messen wie der ANUGA 2025 und der SIAL Paris 2026 zeigt das Engagement, den Exportsektor auszubauen und sich auf den Austritt aus dem Status der am wenigsten entwickelten Länder im Jahr 2029 vorzubereiten, mit dem Ziel, Wohlstand und wirtschaftliche Stärke zu fördern.
Quelle: Mom Kunthea, Wie Kambodscha seine Qualitätsstandards anpasst, um Exportmärkte anzuziehen, Khmer Times, December 29, 2025.
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