Kambodscha schlägt Thailand erneutes Grenztreffen vor

Kambodscha schlägt Thailand erneutes Grenztreffen vor

Kambodscha hat Thailand erneut vorgeschlagen, ein Sondertreffen zur Grenzdemarkation in der zweiten oder dritten Januarwoche 2026 in der kambodschanischen Provinz Siem Reap abzuhalten. Dies geht aus einer Pressemitteilung des kambodschanischen Staatssekretariats für Grenzangelegenheiten hervor. Das Treffen, das durch eine diplomatische Note vom 5. Januar 2026 initiiert wurde, ist ein erneuter Versuch, die seit langem bestehenden Grenzfragen zwischen den beiden südostasiatischen Nationen zu erörtern und zu klären.

Der Vorschlag kommt, nachdem Thailand Kambodschas frühere Anfrage für ein Treffen in der ersten Januarwoche 2026, ebenfalls in Siem Reap, verschoben hatte. Als Gründe für die Verschiebung nannte die thailändische Seite interne Verfahren sowie die anhaltende Präsenz von Landminen in den Grenzgebieten. Diese Verzögerung unterstreicht die Komplexität und die Sensibilität der Grenzstreitigkeiten, die eine sorgfältige diplomatische Handhabung erfordern.

Das von Kambodscha erneut vorgeschlagene Treffen verfolgt mehrere Ziele. Zum einen soll die Vermessung und Demarkation der gemeinsamen Grenze erörtert werden, ein langwieriger Prozess, der für die Stabilität und Sicherheit beider Länder von entscheidender Bedeutung ist. Zum anderen zielt das Treffen darauf ab, das Problem der Aktivitäten thailändischer Militärkräfte anzusprechen, die nach kambodschanischer Auffassung die territoriale Integrität und Souveränität Kambodschas verletzen. Diese Vorwürfe deuten auf eine angespannte Situation an bestimmten Abschnitten der Grenze hin, die eine dringende Klärung auf höchster Ebene erfordert.

Die Grenzdemarkation zwischen Kambodscha und Thailand ist seit Jahrzehnten ein wiederkehrendes Thema bilateraler Beziehungen. Historische Ansprüche, unklare Karten und das Erbe vergangener Konflikte haben immer wieder zu Spannungen geführt. Regelmäßige Treffen der Gemeinsamen Grenzkommission sind daher unerlässlich, um Fortschritte zu erzielen und potenziellen Konflikten vorzubeugen. Die Provinz Siem Reap, bekannt für ihre Nähe zu umstrittenen Gebieten, wird als neutraler und geeigneter Ort für solche Gespräche angesehen.

Die dringende Notwendigkeit einer friedlichen Lösung der Grenzfragen ist für beide Länder von großer Bedeutung, um die regionale Stabilität zu gewährleisten und die bilateralen Beziehungen weiter zu stärken. Die Initiative Kambodschas, trotz der vorherigen Verschiebung erneut das Gespräch zu suchen, signalisiert den Wunsch, die Angelegenheit durch diplomatische Kanäle zu lösen und eine Eskalation von Missverständnissen oder Konflikten zu vermeiden. Der Erfolg des geplanten Treffens hängt nun von der Bereitschaft beider Seiten ab, konstruktive Lösungen zu finden.

Quelle: Khmer Times, Cambodia re-proposes to Thailand to convene meeting on border demarcation, Khmer Times, 6. Januar 2026.
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