Kambodscha protestiert gegen Beschlagnahmung von Fischerbooten durch thailändische Marine

Kambodscha protestiert gegen Beschlagnahmung von Fischerbooten durch thailändische Marine

Das kambodschanische Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und internationale Zusammenarbeit hat offiziell Protest bei der thailändischen Botschaft in Phnom Penh eingelegt. Der Protest bezieht sich auf einen ernsten Zwischenfall, bei dem die königlich-thailändische Marine kambodschanische Fischerboote beschlagnahmte und vier kambodschanische Fischer festnahm. Dieser Vorfall ereignete sich Anfang Januar in den maritimen Gewässern der Provinz Koh Kong und hat diplomatische Spannungen zwischen den beiden südostasiatischen Nachbarländern ausgelöst.

Laut der detaillierten Protestnote Kambodschas fand die Beschlagnahmung am 6. Januar 2026 um 11:30 Uhr statt. Die genauen Koordinaten des Vorfalls, 11°33’30″N und 102°51’39″E, wurden von Kambodscha präzisiert und nachdrücklich als innerhalb seiner eigenen Hoheitsgewässer liegend beansprucht. Dies ist ein entscheidender Punkt in der Argumentation Kambodschas, da die Einhaltung internationaler Seegrenzen ein Eckpfeiler der staatlichen Souveränität und des Völkerrechts ist. Die Verletzung solcher Grenzen wird als direkter Angriff auf die Souveränität eines Staates wahrgenommen und kann weitreichende Konsequenzen für die bilateralen Beziehungen haben.

Ein kleinerer, positiver Aspekt des diplomatischen Austauschs war die schnelle Freilassung der vier festgenommenen Fischer am 11. Januar, welche von Kambodscha begrüßt wurde. Diese Geste der Deeskalation ist wichtig, um die Tür für weitere diplomatische Lösungen offen zu halten. Trotz dieser Freilassung bleibt der Kern des kambodschanischen Protests bestehen: Die offizielle Forderung an die thailändische Seite, nicht nur die Boote, sondern auch die gesamte beschlagnahmte Fischereiausrüstung an Kambodscha zurückzugeben. Der Verlust dieser Ausrüstung stellt für die oft mittellosen Fischer eine erhebliche wirtschaftliche Belastung dar und gefährdet ihre Existenzgrundlage. Eine vollständige Beilegung des Vorfalls erfordert daher die Restitution des Eigentums.

Kambodscha hat die Handlungen der thailändischen Marine als eine „schwerwiegende Verletzung der Souveränität und Gerichtsbarkeit Kambodschas“ verurteilt. Solche Aktionen, insbesondere wenn sie in umstrittenen oder grenznahen Gewässern stattfinden, können schnell zu regionalen Konflikten führen und das fragile Gleichgewicht der Beziehungen stören. Die kambodschanische Regierung hat Thailand daher eindringlich aufgefordert, solche Aktivitäten in Zukunft zu unterlassen. Diese Aufforderung zielt darauf ab, die Einhaltung des Völkerrechts und der Prinzipien der guten Nachbarschaft zu gewährleisten, die für die Stabilität und den Frieden in der ASEAN-Region unerlässlich sind.

Der Vorfall unterstreicht die anhaltenden Herausforderungen in der Verwaltung maritimer Grenzen in Südostasien und die Notwendigkeit klarer Kommunikationskanäle und effektiver Mechanismen zur Konfliktlösung. Um zukünftige Missverständnisse und Konfrontationen zu vermeiden, ist eine verstärkte Zusammenarbeit und ein offener Dialog zwischen Kambodscha und Thailand von entscheidender Bedeutung. Während die Freilassung der Fischer eine Erleichterung darstellt, wird die vollständige Beilegung des Konflikts erst mit der Rückgabe des Eigentums und einer klaren Zusage Thailands, kambodschanische Hoheitsrechte zu respektieren, erreicht sein. Die diplomatische Note dient als formelle Dokumentation der kambodschanischen Position und als Appell an Thailand, im Geiste der regionalen Zusammenarbeit und des gegenseitigen Respekts zu handeln und gemeinsam an einer friedlichen Koexistenz zu arbeiten.

Quelle: Khmer Times, ក្រសួងការបរទេសតវ៉ាការរឹបអូសទូកនេសាទខ្មែរដោយកងទ័ពជើងទឹកថៃ និងជំរុញឱ្យគោរពអធិបតេយ្យភាព និងដែនយុត្តាធិការរបស់កម្ពុជា, Khmer Times, (Kein konkretes Datum)
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