Kambodscha-Malaysia: Handel erreicht fast 1 Mrd. $ in 2025

Kambodscha-Malaysia: Handel erreicht fast 1 Mrd. $ in 2025

Der bilaterale Handel zwischen Kambodscha und Malaysia erreichte in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 fast eine Milliarde US-Dollar, was einem robusten Anstieg von 27 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum entspricht. Laut aktuellen Daten des kambodschanischen Generaldirektorats für Zoll und Verbrauchssteuern (GDCE) belief sich das Gesamtvolumen von Januar bis November 2025 auf 988,84 Millionen US-Dollar, gegenüber 776,94 Millionen US-Dollar im entsprechenden Zeitraum des Jahres 2024.

Diese Zahlen deuten jedoch auf eine zunehmend ungleichmäßige Handelsbeziehung hin. Während die kambodschanischen Exporte nach Malaysia moderat um 1,78 Prozent auf 129,95 Millionen US-Dollar stiegen, erhöhten sich die Importe aus Malaysia im selben Zeitraum drastisch um 32,29 Prozent auf 858 Millionen US-Dollar. Dies führte zu einer weiteren Ausweitung des kambodschanischen Handelsdefizits mit Malaysia.

Offizielle Stellen erklären das starke Importwachstum mit einer anhaltenden Binnennachfrage nach malaysischen Produkten, insbesondere nach Fertigwaren und industriellen Vorprodukten. Die Exportleistung Kambodschas hingegen bleibt durch begrenzte Diversifizierung und geringe Wertschöpfung eingeschränkt. Handelsanalysten betonen, dass die Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen zwischen den beiden ASEAN-Mitgliedern zwar positiv ist, Kambodscha jedoch seine Exportwettbewerbsfähigkeit steigern und den malaysischen Markt stärker erschließen muss, um die Handelslücke zu schließen.

Malaysia bleibt ein wichtiger Handelspartner Kambodschas in der Region. Beide Seiten streben eine Stärkung der Zusammenarbeit im Rahmen bestehender ASEAN-Handelsabkommen an. Darin Duch, ein Ökonom, hob hervor, dass der Anstieg des Handels die wachsende Interdependenz der beiden Volkswirtschaften widerspiegelt, da regionale Produktionsnetzwerke stärker miteinander verbunden werden. Er betonte, dass Kambodscha seine heimische Produktionsbasis stärken muss, um Exporte nachhaltig zu steigern. Dies umfasse die Verbesserung der Produktivität, die Anhebung von Qualitätsstandards, die Stärkung der Logistiksysteme und den Ausbau der Wertschöpfung.

Die Regierung sollte sich auf industrielle Diversifizierung, die Modernisierung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) sowie Handelserleichterungen konzentrieren, um kambodschanische Produkte auf regionalen Märkten wettbewerbsfähiger zu positionieren. Im Agrarverarbeitungssektor sieht Duch großes Potenzial für den Export von Reis, Maniokprodukten, verarbeiteten Früchten und Halal-Lebensmitteln nach Malaysia. Auch in der Leichtindustrie, bei höherwertigen Textilien, Schuhen, Reiseartikeln und ausgewählten Elektronikbaugruppen könnten die Exporte ausgeweitet werden.

Unternehmen benötigen gezielte Unterstützung in Bereichen wie Qualitätszertifizierung, Einhaltung von Halal-Standards, Branding, Geschäftsanbahnung, Marktinformationen und verbesserte Logistik. Auch der Zugang von KMU zu Finanzierungen und die Förderung exportorientierter Programme sind entscheidend. Duch schlug eine tiefere Zusammenarbeit durch vermehrte zweiseitige Investitionen, insbesondere malaysische Investitionen in die Agrarindustrie und Fertigung, sowie Qualifizierungsinitiativen vor. Auf politischer Ebene könnten beide Länder die Handelserleichterungen innerhalb der ASEAN verbessern, die gegenseitige Anerkennung von Standards fördern und die Zusammenarbeit des Privatsektors stärken, um Kambodscha den Eintritt in regionale Wertschöpfungsketten zu erleichtern und die langfristige Handelsresilienz zu stärken.

Der Handel Kambodschas mit seinen ASEAN-Partnern erreichte in den ersten elf Monaten des Jahres 2025 insgesamt 14,94 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 3,76 Prozent gegenüber dem Vorjahr, so der GDCE-Bericht.

Quelle: Sum Manet, Cambodia-Malaysia trade nears $1B in 11 months of 2025, Khmer Times, January 6, 2026.
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