Das Kambodschanische Minenaktionszentrum (CMAC) hat seine Sensibilisierungskampagnen für die Gefahren von nicht explodierter Kampfmittel (UXO) verstärkt. Ziel ist es, vertriebene Gemeinschaften im Nordwesten Kambodschas zu schützen, die in ihre Heimatregionen zurückkehren. Diese verstärkten Bemühungen erfolgen, nachdem Familien aus Hochrisikogebieten fliehen mussten. Die Ursache waren zwei Wellen militärischer Angriffe des thailändischen Militärs auf kambodschanisches Territorium. Die ersten Angriffe fanden vom 24. bis 28. Juli letzten Jahres statt, gefolgt von einer zweiten Welle vom 7. bis 27. Dezember. Während dieser Konfrontationen setzten thailändische Truppen schwere Waffen in zivilen Gebieten ein, was zu erheblichen Zerstörungen führte. Häuser, öffentliche Infrastruktur, Gesundheitszentren, Schulen, Pagoden und antike Tempel wurden beschädigt.
Die Gefechte forderten mehr als 30 Todesopfer und etwa 100 Verletzte. Zudem wurden über eine halbe Million Zivilisten vertrieben, die ihre Heimatorte verlassen mussten. Heng Ratana, der Generaldirektor des CMAC, erklärte, dass seine Teams kürzlich vertriebenen Menschen in der Provinz Banteay Meanchey Schulungen zur Minen- und UXO-Risikobildung angeboten haben. Diese Aufklärung informierte die Betroffenen über die ernsthaften Gefahren, die von nicht explodierten Kriegsresten ausgehen, welche nach den Kämpfen zurückblieben. Ratana betonte in einem sozialen Medienbeitrag, dass "die nicht explodierten Waffen, die in Dörfer, Häuser und auf Ackerland abgeworfen oder abgefeuert wurden, ein ernstes Risiko darstellen und jederzeit explodieren können, was zu Verletzungen oder zum Tod führen kann".
Nach Angaben des Innenministeriums sind Ende letzten Jahres insgesamt 29.357 Familien, das entspricht 110.924 Personen, in der Provinz Banteay Meanchey sowie etwa 2.300 Familien oder ungefähr 8.970 Personen in der Provinz Preah Vihear in ihre Häuser zurückgekehrt, nachdem sie durch den Konflikt vertrieben worden waren. Trotz dieser Rückkehr warnte die Kambodschanische Minenaktions- und Opferhilfebehörde (CMAA), dass das Risiko durch UXO weiterhin hoch bleibt. Die CMAA hat daher am Mittwoch Richtlinien für Notfallmaßnahmen zur UXO-Risikobildung herausgegeben. Sie forderte alle relevanten Interessengruppen dringend auf, die Bemühungen zur Minenrisikobildung zu intensivieren, um versehentliche Explosionen und Opfer zu verhindern. Die Richtlinien drängen auch darauf, die Teams für die Risikobildung in Bezug auf explosive Kampfmittel so weit wie möglich zu erweitern und notwendige Materialien zur Unterstützung der Aufklärungsarbeit über die Gefahren von explosiven Kriegsresten bereitzustellen.
Quelle: Som Sotheary, Cambodia intensifies UXO awareness as displaced families return to border zones, Khmer Times, January 2, 2026.
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