Kambodscha hat sich laut dem kürzlich veröffentlichten ASEAN-Investitionsbericht 2025 als eines der führenden Länder in der Region für die Beteiligung von Frauen im Textil- und Bekleidungssektor etabliert. Beeindruckende 77 Prozent der Arbeitskräfte in der kambodschanischen Bekleidungsindustrie sind Frauen, was dem Land den dritten Platz in der Region sichert und ihre entscheidende Rolle bei der Förderung einer der wichtigsten Exportindustrien des Landes unterstreicht.
ASEAN-weit bilden Frauen das Rückgrat des Bekleidungssektors, indem sie etwa 70 Prozent oder mehr als 9 Millionen der 13 Millionen Bekleidungsarbeiter in der Region ausmachen. Während Kambodscha einen hohen Anteil aufweist, übertreffen einige andere Mitgliedstaaten diese Beteiligung, darunter Laos mit 92 Prozent, Myanmar mit 82 Prozent, Vietnam mit 72 Prozent und die Philippinen mit 71 Prozent. Diese Industrie fungiert als ein mächtiges Sprungbrett für Frauen in den formellen Arbeitsmarkt, besonders in Ländern wie Kambodscha, Laos, Vietnam und Myanmar, wo Frauen fast die Hälfte der informellen Arbeitskräfte ausmachen.
Internationale Marken wie Adidas, Fast Retailing, Lululemon und Nike beziehen ihre Produkte in großem Umfang aus der ASEAN-Region, wobei Frauen etwa 70 Prozent der Arbeitskräfte in ihren Zulieferbetrieben stellen. Trotz dieser bedeutenden Rolle sind weibliche Arbeitskräfte weiterhin mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert. Lohnunterschiede bestehen weiterhin im gesamten Fertigungssektor, auch wenn Kambodscha, Myanmar und die Philippinen in dieser Hinsicht besser abschneiden als andere große Bekleidungsproduzenten weltweit. Strukturelle Barrieren wie Arbeitsplatztrennung, begrenzter Zugang zu Führungspositionen und geschlechtsspezifische Gewalt beeinträchtigen weiterhin das Wohlbefinden der Arbeiterinnen. Zusätzlich verschärfen mangelhafte Arbeitssicherheit, eingeschränkter Gesundheitsschutz und unzureichende Sozialschutzsysteme diese Probleme.
Als Reaktion darauf haben führende internationale Marken begonnen, Daten zur Geschlechterverteilung in der Beschäftigung offenzulegen. Dieser Schritt soll die Transparenz fördern und Zulieferer für ihre Arbeitspraktiken zur Rechenschaft ziehen. In Kambodscha bleibt der Bekleidungs- und Schuhsektor der größte formelle Sektor und eine Säule der Wirtschaft. Bis 2025 werden voraussichtlich 1.608 Fabriken rund 930.000 Arbeitskräfte beschäftigen, davon nahezu 700.000 Frauen. Die Branche trägt über ein Drittel zum kambodschanischen Bruttoinlandsprodukt bei, wobei die Exporte, hauptsächlich an globale Marken wie H&M, Adidas, Nike und Zara, von 5 Milliarden US-Dollar im Jahr 2015 auf über 10 Milliarden US-Dollar im Jahr 2023 gestiegen sind. Bekleidung macht weiterhin jährlich mehr als die Hälfte der Gesamtexporte des Landes aus. Dieser wirtschaftliche Fortschritt hat zur Verbesserung geschlechtsbezogener Entwicklungsindikatoren beigetragen. Die Entwicklungsstrategie der Regierung für den Bekleidungs-, Schuh- und Taschensektor 2022-2027 zielt darauf ab, die Produktivität zu steigern, umweltfreundliche Praktiken zu fördern und ein langfristiges Industriewachstum zu stabilisieren. Der Minister für Arbeit und Berufsausbildung, Heng Sour, bekräftigte kürzlich die entscheidende Rolle der 700.000 weiblichen Bekleidungsarbeiterinnen Kambodschas und betonte, dass die Geschlechtergleichstellung eine Priorität der Regierung bleibt.
Quelle: Sreekanth Ravindran, កម្ពុជាស្ថិតក្នុងលេខរៀងទី៣ដែលមានកម្លាំងពលកម្មស្ត្រីក្នុងឧស្សាហកម្មសម្លៀកបំពាក់អាស៊ាន, Khmer Times, Aktuell.
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