Kambodschas Ministerin für Kultur und Schöne Künste, Phoeurng Sackona, hat die UNESCO dringend dazu aufgerufen, sich mit dem immer größer werdenden Problem der unautorisierten Kopien und Fälschungen von Welterbestätten auseinanderzusetzen. Sie betonte die entscheidende Notwendigkeit, stärkere internationale Vorschriften zu etablieren, um die Authentizität und Integrität dieser weltweit bedeutsamen Orte umfassend zu schützen.
Ihre Forderung äußerte Ministerin Sackona auf der 25. Tagung der Generalversammlung der Vertragsstaaten des UNESCO-Welterbeübereinkommens, die über zwei Tage stattfand. Während der Sitzung hob sie die bemerkenswerten Fortschritte hervor, die durch die enge Kooperation zwischen dem Welterbezentrum und den Mitgliedstaaten bei der Konservierung und nachhaltigen Verwaltung sowohl des kulturellen als auch des natürlichen Erbes erzielt wurden. Die Sitzung wurde von Gayane Umerova geleitet, unter Beteiligung von UNESCO-Generaldirektor Khaled Ahmed El-Enani Ali Ezz.
Im Verlauf ihrer Rede lenkte die Ministerin die Aufmerksamkeit auf eine wachsende und ernstzunehmende Bedrohung: die unerlaubte Nachbildung ikonischer Welterbestätten ohne jegliche Zustimmung oder angemessene Aufsicht. Sie wies ausdrücklich darauf hin, dass die bestehenden Durchsetzungsmechanismen, die durch die Konvention von 1970 zum Schutz des Kulturerbes und die Welterbekonvention von 1972 bereitgestellt werden, sich als unzureichend erwiesen haben, um dieser neuartigen und komplexen Herausforderung effektiv zu begegnen.
Sackona erinnerte in diesem Zusammenhang auch an ihre öffentliche Erklärung vom Juli 2025, in der sie den Bau einer Replik des berühmten Angkor Wat in einem benachbarten Land thematisierte. Sie verurteilte dieses Vorgehen als einen zutiefst unethischen Akt. Ein solcher Nachbau, so ihre Argumentation, bedrohe nicht nur die Authentizität und den außergewöhnlichen universellen Wert der Originalstätte, sondern untergrabe auch die einzigartige Identität und das reiche immaterielle Erbe der lokalen Gemeinschaften, die eng mit diesem Kulturgut verbunden sind.
Angesichts dieser Entwicklungen fordert Kambodscha nachdrücklich das Welterbezentrum und den Juristenrat der UNESCO auf, dieser Angelegenheit dringend Priorität einzuräumen. Das Ziel ist die Schaffung klarer und verbindlicher Richtlinien innerhalb der bestehenden Rahmenwerke der Konventionen von 1970 und 1972. Weiterhin appellierte die Ministerin an die UNESCO, eine enge Zusammenarbeit mit allen Vertragsstaaten zu pflegen, um ähnliche schädliche Handlungen in der Zukunft proaktiv zu verhindern. Dies sei besonders wichtig im Kontext der raschen globalen Kulturalisierung, welche die unautorisierte Reproduktion von Kulturgütern zunehmend vereinfacht und beschleunigt.
Quelle: Youn Sreyti, Cambodian culture minister calls for clear regulations on unauthorized copying of world heritage properties, Khmer Times, 20. November 2023.
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