Kambodscha verzeichnete in den ersten zehn Monaten des Jahres 2025 Energieimporte im Gesamtwert von 2,02 Milliarden US-Dollar. Dies markiert einen deutlichen Rückgang um 11,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum, wie aus einem Bericht des Handelsministeriums vom Freitag hervorgeht. Der Bericht liefert detaillierte Einblicke in die Zusammensetzung dieser Importe und die dahinterstehenden Ursachen für die Veränderung.
Im Zeitraum von Januar bis Oktober 2025 entfielen allein 1,07 Milliarden US-Dollar auf die Einfuhr von Diesel, was einem Rückgang von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Die Importe von Benzin beliefen sich auf 675 Millionen US-Dollar und fielen damit um 16 Prozent geringer aus. Lediglich die Einfuhr von Verbrennungsgas zeigte einen leichten Anstieg um 0,33 Prozent auf 275 Millionen US-Dollar. Diese Zahlen unterstreichen eine generelle Tendenz zur Reduzierung der Ausgaben für fossile Brennstoffe.
Das südostasiatische Land ist derzeit noch vollständig auf die Einfuhr von Öl und Gas angewiesen. Dies liegt daran, dass seine eigenen Offshore-Ölreserven bislang noch nicht erschlossen wurden. Die Abhängigkeit von externen Energiequellen macht Kambodscha anfällig für Schwankungen auf dem Weltmarkt und geopolitische Entwicklungen, die die Energiepreise beeinflussen können.
Die Gründe für den Rückgang der Treibstoffimporte sind vielfältig. Herr Thong Mengdavid, Dozent am Institut für Internationale Studien und öffentliche Politik der Königlichen Universität Phnom Penh, identifizierte mehrere Schlüsselfaktoren. Zum einen spielten die gesunkenen Weltölpreise eine entscheidende Rolle bei der Reduzierung der Importkosten. Zum anderen hätten verbesserte Energieeffizienzmaßnahmen im Land dazu beigetragen, den Verbrauch zu senken. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die wachsende Bedeutung erneuerbarer Energien und der Wasserkraft bei der heimischen Energieversorgung. Kambodscha investiert zunehmend in nachhaltige Energiequellen, um seine Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu verringern und gleichzeitig Umweltziele zu verfolgen.
Mit Blick auf die Zukunft betonte Herr Mengdavid gegenüber der Nachrichtenagentur Xinhua, dass Kambodschas Energiestrategie auf eine weitere Diversifizierung der Energiequellen und eine stärkere regionale Energievernetzung abzielen sollte. Eine solche Strategie könnte die Abhängigkeit von importierten fossilen Brennstoffen weiter reduzieren und steht im Einklang mit den Zielen des Landes für grünes Wachstum. Die Entwicklung eigener Energieressourcen und der Ausbau erneuerbarer Energien sind zentrale Säulen dieser zukünftigen Ausrichtung, um eine nachhaltigere und sicherere Energieversorgung zu gewährleisten.
Quelle: Xinhua, Kambodscha gibt in den ersten 10 Monaten des Jahres 2025 über 2 Mrd. USD für Energieimporte aus, Khmer Times, 22. November 2025.
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