Kambodscha: Dreifache Herausforderungen für die Wirtschaft

Kambodscha: Dreifache Herausforderungen für die Wirtschaft

Jayant Menon, Gastwissenschaftler am ISEAS-Yusof Ishak Institute in Singapur und führender globaler Ökonom, warnt in einem Interview mit den Khmer Times, dass Kambodscha mit einer „dreifachen Herausforderung“ konfrontiert ist, die sich aus globalen, regionalen und nationalen Problemen zusammensetzt. Er unterstreicht die Notwendigkeit für Kambodscha, Nachhaltigkeit und Resilienz zu verbessern, da schnelles Wachstum oft mit zunehmenden Ungleichheiten verbunden ist. Der Aufbau von Humankapital sei angesichts der digitalen und KI-Revolution entscheidend.

Die regionalen Herausforderungen umfassen den kürzlichen Grenzkonflikt zwischen Kambodscha und Thailand. Obwohl die ASEAN-Integration als Ganzes nicht wesentlich beeinträchtigt werde, hätte der Konflikt wirtschaftliche Folgen für die direkt beteiligten Länder. Es wird erwartet, dass sowohl Kambodscha als auch Thailand ein geringeres Wachstum verzeichnen werden, wobei Schätzungen für Kambodscha bei vier bis fünf Prozent liegen. Thailand ist ein wichtiger Handelspartner und eine bedeutende Quelle für Touristen und Überweisungen. Solche Konflikte senden negative Signale weltweit, was Investitionen im Tourismus- und Infrastruktursektor abschrecken könnte, und führen zu einem deutlichen Rückgang der Überweisungen, die für arme Familien von großer Bedeutung sind.

Auf globaler Ebene stellen die US-Zölle eine weitere Herausforderung dar. Menon glaubt nicht, dass Trumps Zölle verschwinden werden, selbst wenn der Oberste Gerichtshof sie aufheben sollte, da sie ein integraler Bestandteil seiner Politik seien. Kambodscha konnte durch Verhandlungen einen enormen Nachteil vermeiden, indem es einen Zollsatz von 19 Prozent anstelle der ursprünglichen 49 Prozent erhielt. Eine Chance für Kambodscha besteht darin, die Zolltarife zu multilateralisieren, d.h., die reduzierten Zölle allen Handelspartnern anzubieten, um Handelsumlenkungen zu vermeiden und inländische Reformen voranzutreiben.

National bremsen die anhaltende Verlangsamung des Immobilienmarktes die Binnennachfrage und das Wirtschaftswachstum. Bezüglich der Herausforderungen nach dem LDC-Austritt (Least Developed Country) wird Kambodscha das Ziel, bis 2030 den Status eines oberen mittleren Einkommenslandes zu erreichen, voraussichtlich nicht erreichen, obwohl der LDC-Austritt selbst auf Kurs ist. Menon betont, dass der Weg genauso wichtig ist wie das Ziel und dass schnelles Wachstum oft zu Ungleichheiten führt. Der Fokus sollte auf dem Aufbau von Humankapital liegen, insbesondere in der Grund- und Sekundarbildung, um die Bevölkerung auf die digitale und KI-Revolution vorzubereiten. Auch die Bekämpfung von Unterernährung ist entscheidend, da sie die geistige Entwicklung von Kindern beeinträchtigt. Das Land sollte die Geschäftskosten, einschließlich Stromtarife und Logistikkosten, senken und kann in Betracht ziehen, sein Schulden-BIP-Verhältnis mit der gebotenen Sorgfalt zu erhöhen.

Die steigende NPL-Krise (Non-Performing Loan) im kambodschanischen Bankensektor ist besorgniserregend, insbesondere aufgrund des abgekühlten Immobiliensektors. Die Nationalbank von Kambodscha (NBC) reagiert gut, aber die Situation wird durch die gleichzeitigen globalen, regionalen und nationalen negativen Faktoren erschwert. Obwohl kein unmittelbares Risiko eines Finanzkollapses besteht, sind strengere Vorschriften, die Förderung von Fusionen und Übernahmen im Bankensektor, verbesserte Kreditprotokolle und eine angemessene Kapitalisierung der Banken erforderlich. Auch unabhängige Kosten-Nutzen-Analysen für große Infrastrukturprojekte im öffentlichen Sektor sind wichtig, um die Gesundheit der Wirtschaft und der Kreditsysteme zu gewährleisten.

Quelle: Sreekanth Ravindran, Cambodia faces ‘triple whammy of challenges’, Khmer Times, January 7, 2026.
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