Der bilaterale Handel zwischen Kambodscha und China erreichte 2025 über 19 Milliarden US-Dollar, ein Anstieg von 29 Prozent gegenüber dem Vorjahr, mit einem Gesamtumsatz von 19,73 Milliarden US-Dollar. Dies unterstreicht die wachsende wirtschaftliche Verbindung zwischen Phnom Penh und Peking.
Die Zahlen offenbaren jedoch ein deutliches Handelsungleichgewicht: Kambodschanische Exporte nach China sanken um 3,6 Prozent auf 1,68 Milliarden US-Dollar, während Importe aus China um 34,3 Prozent auf 18,04 Milliarden US-Dollar stiegen. Dies weitete Kambodschas Handelsdefizit mit seinem größten Partner erheblich aus. China ist der dominante Importeur von Maschinen, Elektronik, Baumaterialien und Rohstoffen, die für Kambodschas Fertigungs- und Infrastrukturentwicklung essenziell sind.
Trotz des Defizits sehen Experten darin eine Vertiefung der Wirtschaftsbeziehungen, getrieben durch Chinas Industriegüternachfrage und Investitionen. Lor Vichet von der Cambodia Chinese Commerce Association (CCCA) drängte Kambodscha, die heimische Produktion zu stärken und Exportstrategien anzupassen. Er führte den Anstieg der Importe auf US-Handelspolitik zurück: US-Zölle veranlassten kambodschanische Hersteller, Rohstoffe aus China zu beziehen und Exporte zu beschleunigen.
Vichet hob hervor, dass das Defizit strukturelle Ursachen hat: Chinas massive Investitionen in Kambodscha führen zu Projekten und Fabriken, die wiederum hohe Rohstoffimporte erfordern. Als Lösung schlug er vor, eigene Rohstoffproduktionsanlagen zu entwickeln, um die Abhängigkeit zu mindern, und hochwertige kambodschanische Produkte aktiv auf dem chinesischen Markt zu bewerben. Ein strategischer Plan und ein besseres Verständnis der Marktdynamik Chinas sind für nachhaltige Handelsbeziehungen unerlässlich.
Kambodschas gesamtes internationales Handelsvolumen stieg 2025 um 17,66 Prozent auf über 65,24 Milliarden US-Dollar. Das Handelsministerium (MoC) verzeichnete Exporte von 31,28 Milliarden US-Dollar und Importe von 33,96 Milliarden US-Dollar. Das MoC plant, den Marktzugang zu erweitern, die Produktqualität zu verbessern und die Wertschöpfung in der Fertigung zu fördern. Hauptexportmärkte sind ASEAN, China, Japan, EU und USA; Hauptexportprodukte umfassen Bekleidung, Textilien, Schuhe, Agrarprodukte und zunehmend Industrieprodukte.
Quelle: Sum Manet, Cambodia-China trade hit over $19B in 2025, Khmer Times, January 12, 2026.
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