Das kambodschanische Ministerium für Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei (MAFF) bereitet einen gezielten Agrarproduktionsplan vor, um Zivilisten und Soldaten zu unterstützen, die vom anhaltenden Grenzkonflikt zwischen Thailand und Kambodscha betroffen sind. Ziel der Initiative ist es, eine stabile Lebensmittelversorgung inmitten wachsender humanitärer und marktbedingter Engpässe aufgrund der Kämpfe zu gewährleisten.
Khun Savoeun, Staatssekretär des MAFF, stellte den Plan während eines Treffens hochrangiger Ministeriumsvertreter in Siem Reap vor. Anwesend waren wichtige Akteure wie Ung Kim Leang, stellvertretender Gouverneur der Provinz Siem Reap, sowie Vertreter der privaten Wirtschaft und der regionalen Landwirtschaftsämter. Savoeun betonte, dass die Stärkung der heimischen Agrarproduktion entscheidend sei, um den Nahrungsmittelbedarf der vertriebenen Familien und der Sicherheitskräfte in der aktuellen Krise zu decken.
Der Plan wird unter der Leitung von Premierminister Hun Manet im Rahmen der nationalen Bewegung „We Are Together For The Nation“ sowie nach Empfehlungen von Landwirtschaftsminister Dith Tina umgesetzt. Savoeun würdigte die Zusammenarbeit und Unterstützung von Privatunternehmen, Entwicklungspartnerorganisationen und Provinzbehörden, die den nationalen Zusammenhalt in Zeiten großer Not widerspiegelt.
Als konkretes Ergebnis des Treffens wurde die Einrichtung spezifischer operativer Mechanismen und die Bildung technischer Teams für jede Stadt und jeden Zielbezirk vereinbart. Diese Teams werden die landwirtschaftlichen Produktionsaktivitäten koordinieren und eine effiziente Verteilung in den betroffenen Gebieten sicherstellen. Der Plan sieht auch eine intensivierte Koordination zwischen zentralen und lokalen Behörden sowie eine enge Zusammenarbeit mit Akteuren des Privatsektors vor, um die Lebensmittelversorgung trotz Unterbrechungen aufrechtzuerhalten.
Die Initiative ist dringend notwendig, da die humanitären Bedürfnisse weiter steigen. Schätzungsweise 520.000 kambodschanische Zivilisten wurden bisher durch die Kämpfe vertrieben, darunter etwa 270.000 Frauen und 160.000 Kinder, die dringend Schutz, Gesundheitsversorgung, ununterbrochenen Zugang zu Bildung und eine zuverlässige Lebensmittelversorgung benötigen. Die meisten lokalen Märkte in den Grenzprovinzen bleiben geschlossen oder verlassen, da die Bewohner in sicherere Gebiete fliehen.
Erschwerend kommt hinzu, dass in den kommenden Tagen ein Anstieg der Lebensmittelpreise in den Grenzprovinzen Kambodschas erwartet wird. Das Welternährungsprogramm (WFP) warnte, dass erneute Zusammenstöße Handel und Lieferketten stören und eine kurze Periode der Preiserleichterung im November zunichtemachen. Die Instabilität könnte die Ernährungssicherheit der Haushalte weiter belasten und unterstreicht die Dringlichkeit der gezielten Agrarmaßnahmen des MAFF. Darüber hinaus rief First Lady Pich Chanmony die Pfadfinderinnenvereinigung Kambodschas zur Förderung des Gemüseanbaus auf, und vertriebene Familien in einer Pagode in der Provinz Siem Reap haben mit Unterstützung lokaler Behörden bereits mit dem Pflanzen begonnen.
Quelle: Sreekanth Ravindran, Special agri plan to support border refugees, soldiers, Khmer Times, 22. Dezember 2025.
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