Der Artikel beleuchtet Kambodschas dringende Prioritäten für das Jahr 2026, die sich aus einem erheblichen "Grenzschock" im Jahr 2025 ergeben haben. Dieser Schock führte zur Vertreibung von fast einer Million Menschen. Obwohl die Regierung auf Hightech-Wachstum abzielt, liegt der unmittelbare Fokus auf einer umfassenden Rettungsmission, um die Bevölkerung wieder in die Wirtschaft zu integrieren.
Die erste und dringlichste Priorität ist die wirtschaftliche Reintegration der fast einer Million Menschen, die während des Konflikts 2025 die Grenze geflohen sind oder aus Thailand zurückgekehrt sind. Im Januar 2026 sind noch über 400.000 intern vertrieben, und Hunderttausende sind in ihre Heimatdörfer zurückgekehrt, belastet mit Schulden und ohne Arbeitsmöglichkeiten. Der Autor fordert "TVET 2.0", ein Notfall-Trainingsprogramm, um manuelle Arbeitskräfte mit neuen Fähigkeiten auszustatten. Gleichzeitig sind sofortige Schuldenerleichterungen und Job-Matching-Plattformen erforderlich, die Rückkehrer mit neuen Arbeitsplätzen in städtischen Zentren wie Phnom Penh und Sihanoukville verbinden.
Die zweite wirtschaftliche Priorität ist die Schließung der 5-Milliarden-Dollar-Handelslücke, die durch anhaltende politische Spannungen und die Lähmung des Grenzüberschreitenden Handels mit Thailand entstanden ist. Diese Situation bietet Kambodscha eine erzwungene Gelegenheit zur Diversifizierung seiner Lieferketten. Der Artikel schlägt vor, Agrarprodukte auf vietnamesische Käufer umzustellen und Elektronik- sowie Autoteile durch das RCEP-Abkommen aggressiv auf stabilere Märkte in Japan, Südkorea und China auszurichten. Darüber hinaus muss Kambodscha seine "Importabhängigkeit" reduzieren, indem es die nationale Widerstandsfähigkeit fördert. Dies soll durch die Anreize für die lokale Lebensmittelverarbeitung und die Produktion von landwirtschaftlichen Betriebsmitteln sowie Baumaterialien im eigenen Land geschehen.
Schließlich betont der Artikel digitale Fähigkeiten als Überlebenspriorität. Die Krise von 2025 hat die Zerbrechlichkeit einer Wirtschaft offenbart, die auf physischen Grenzen und manueller Arbeit beruht. Daher ist der Übergang zu Hightech-Wachstum keine Option, sondern eine Überlebenstaktik. Während der 5G-Ausbau und neue Rechenzentren das Gerüst einer digitalen Wirtschaft bilden, muss nun das Muskelwerk – das Humankapital – bereitgestellt werden. Die Schulung von Arbeitskräften für technologiegestützte Rollen wie E-Commerce-Unternehmertum, digitale Logistik und Remote-Service-Arbeit wird sie vor zukünftigen geopolitischen Schocks schützen und zur nationalen wirtschaftlichen Souveränität beitragen. Dies wird Kambodscha helfen, in der Wertschöpfungskette aufzusteigen und qualitativ hochwertige ausländische Investitionen anzuziehen, die mehr als nur billige Arbeitskräfte suchen.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass Kambodschas wahre Priorität für 2026 bei seinen Menschen liegt. Durch die Reintegration vertriebener Arbeitskräfte, die Diversifizierung des Handels und die Entwicklung digitaler Fähigkeiten kann Kambodscha nicht nur überleben, sondern auch gedeihen und sich von einer Nation, die Arbeitskräfte exportiert und Essentials importiert, zu einer entwickeln, die Werte schafft und Möglichkeiten im eigenen Land bietet.
Quelle: Pheakdey Heng, What Cambodia should prioritise in 2026, Khmer Times, January 9, 2026.
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