Japan und die Philippinen haben ein wegweisendes Abkommen unterzeichnet, das die gegenseitige Lieferung von Treibstoff und Munition an ihre Streitkräfte vorsieht. Diese Vereinbarung, bekannt als Acquisition and Cross-Servicing Agreement (ACSA), markiert einen weiteren wichtigen Schritt in der Vertiefung der militärischen Beziehungen zwischen den beiden Nationen und ist Teil einer breiteren Strategie, um der zunehmenden regionalen Dominanz Chinas entgegenzuwirken.
Die Beziehungen zwischen Tokio und Manila haben sich in den letzten Jahren erheblich intensiviert. Beide Länder sind aktive Partner in einer Sicherheitspartnerschaft mit Washington, was die gemeinsame Entschlossenheit unterstreicht, Stabilität und Sicherheit in der indo-pazifischen Region zu gewährleisten. Japan hat die Philippinen bereits mit wichtigen militärischen Gütern wie Patrouillenbooten und Funkgeräten unterstützt, um deren Verteidigungsfähigkeiten zu stärken.
Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Manila hob der japanische Außenminister Toshimitsu Motegi die Bedeutung des neuen Abkommens hervor und betonte, dass es die Sicherheitspartnerschaft zwischen Japan und den Philippinen weiter festige. Er wies auch darauf hin, dass im Rahmen des japanischen Official Security Assistance (OSA)-Programms, das seit 2023 mehr als 20 Millionen US-Dollar umfasste, erstmals Gelder in Infrastrukturprojekte fließen würden.
Ein konkretes Beispiel für diese Infrastrukturinvestitionen ist der Bau von Bootshäusern und Slipanlagen für Festrumpfschlauchboote. Motegi erklärte, dass dies das erste Infrastrukturprojekt im Rahmen des OSA-Programms sei, was die praktische Unterstützung Japans für die philippinischen Verteidigungsanstrengungen verdeutlicht.
Die philippinische Außenministerin Theresa Lazaro betonte ihrerseits, dass das neue Nachschubabkommen die militärische Interoperabilität und Einsatzbereitschaft beider Länder erheblich verbessern werde. Es baut auf einem bereits bestehenden Visiting Forces Agreement auf und schafft eine robustere Grundlage für die Zusammenarbeit im Bereich der Sicherheit.
Die Unterzeichnung dieses Abkommens ist ein klares Signal an die internationale Gemeinschaft, dass Japan und die Philippinen bereit sind, ihre Verteidigungsfähigkeiten zu koordinieren und gemeinsam auf regionale Herausforderungen zu reagieren. Insbesondere Chinas wachsender Einfluss im Südchinesischen Meer ist ein zentraler Faktor, der diese verstärkte Kooperation antreibt. Durch die gegenseitige logistische Unterstützung können beide Länder ihre Präsenz und Reaktionsfähigkeit in der Region effektiver gestalten.
Die Vereinbarung wird nicht nur die logistischen Kapazitäten der Streitkräfte beider Nationen stärken, sondern auch die strategische Zusammenarbeit in der Ausbildung, Übungen und im Informationsaustausch fördern. Dies trägt dazu bei, ein stabiles regionales Umfeld zu schaffen, das für den Handel und die allgemeine Sicherheit von entscheidender Bedeutung ist. Das Abkommen zeigt somit eine wachsende Konvergenz der Sicherheitsinteressen zwischen Japan und den Philippinen, die auf eine ausgewogenere Machtverteilung in der Region abzielt und eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der regionalen Ordnung spielt.
Quelle: AFP, Japan, Philippines agree military resupply deal, Khmer Times, January 16, 2026.
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