IWF warnt: Kambodschas BIP-Wachstum verlangsamt sich auf 4,8%

IWF warnt: Kambodschas BIP-Wachstum verlangsamt sich auf 4,8%

Der Internationale Währungsfonds (IWF) warnt, dass sich Kambodschas Wirtschaftswachstum in den nächsten zwei Jahren deutlich verlangsamen wird. Nach einem robusten Wachstum von 6,0 Prozent im Jahr 2024 und geschätzten 6,2 Prozent im ersten Halbjahr 2025, prognostiziert der IWF für 2025 ein Wachstum von 4,8 Prozent und für 2026 einen weiteren Rückgang auf 4,0 Prozent. Diese Voraussage wurde nach Abschluss der IWF-Konsultation gemäß Artikel IV für 2025 veröffentlicht und deutet auf eine unsicherere Phase hin, die durch eine schwächere Binnennachfrage, volatile Exporte und zunehmende Risiken im Finanzsektor gekennzeichnet ist.

Eine Reihe von Schocks im zweiten Halbjahr 2025, darunter Handelsstörungen, erhöhte Grenzspannungen und ein schleppendes Kreditwachstum, haben die zugrunde liegenden Schwachstellen Kambodschas offenbart. Frühindikatoren zeigen eine stärkere Abkühlung der Wirtschaftstätigkeit als erwartet, was hauptsächlich auf sinkende Überweisungen und einen nachlassenden Tourismussektor zurückzuführen ist. Das schwache Wachstum der Inlandskredite wird vom IWF als Zeichen schwindenden Vertrauens in die Realwirtschaft gewertet. Obwohl die Inflation 2025 moderat steigen dürfte, sieht der IWF das Gesamtrisiko als „nach unten geneigt“ an, mit finanziellen Schwachstellen im Zentrum.

Drei Hauptrisikobereiche wurden identifiziert: Erstens, erneute Unsicherheiten in der Handelspolitik könnten das Exportwachstum, insbesondere im dominierenden Bekleidungs- und Schuhsektor, stören. Zweitens, verschärfte Grenzspannungen könnten den Tourismusfluss unterdrücken und das Investorenvertrauen untergraben. Drittens, hohe Privatverschuldung und steigende notleidende Kredite (NPLs), insbesondere im Immobiliensektor, könnten das Finanzsystem belasten. Der IWF betonte zudem die Notwendigkeit, Governance-Schwachstellen anzugehen.

Als Reaktion auf diese Herausforderungen empfahl der IWF eine koordinierte und umfassende Politik. Die Direktoren des IWF drängten die Behörden, fiskalische Maßnahmen zu priorisieren, die die Auswirkungen der aktuellen Schocks abfedern, wie gezielte Unterstützung für gefährdete Haushalte und Arbeitnehmer sowie aktive Arbeitsmarktprogramme. Mittelfristig sei eine schrittweise und wachstumsfreundliche Haushaltskonsolidierung erforderlich. Im Bereich der Geldpolitik wurden Agilität und die Wiederherstellung der Mindestreserveanforderungen auf vorpandemisches Niveau empfohlen, zusammen mit der Stärkung der geldpolitischen Übertragung im Khmer Riel und der Verbesserung des Liquiditätsmanagements.

Dringende Reformen im Finanzsektor umfassen den Ausstieg aus den Nachsichtmaßnahmen bis Ende 2025, um notleidende Vermögenswerte rechtzeitig zu erkennen, eine verstärkte Aufsicht, verbesserte Stresstests und die Entwicklung von Insolvenz- und Krisenmanagementrahmen. Über die unmittelbaren Risiken hinaus hob der IWF die Notwendigkeit hervor, Strukturreformen zur Exportdiversifizierung, Produktivitätssteigerung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit zu beschleunigen. Governance-Reformen sind entscheidend, um das Investorenvertrauen zu stärken und ein nachhaltiges und integratives Wachstum zu gewährleisten.

Der Ökonom Darin Duch bestätigte die externen Gegenwinde und schlug vor, die kurzfristige Stabilität durch umsichtige Finanz- und Geldpolitik, gezielte Unterstützung für KMU und schnelle öffentliche Investitionen in Infrastruktur zu sichern. Das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen Kambodschas bleibt jedoch optimistischer und prognostiziert für 2025 ein Wachstum von 5,2 Prozent und für 2026 von 5,0 Prozent, angetrieben durch robuste Exporte und starke Binnennachfrage.

Quelle: Sum Manet, Cambodia’s GDP set to slow to 4.8%, IMF warns, Khmer Times, November 27, 2025.
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