Indien hat Japan offiziell überholt und ist laut der Wirtschaftsbilanz der indischen Regierung zum Jahresende die viertgrößte Volkswirtschaft der Welt. Dieser bedeutende Meilenstein unterstreicht Indiens rasche wirtschaftliche Expansion und seinen wachsenden Einfluss auf der globalen Bühne. Basierend auf aktuellen Trends prognostiziert der Bericht zudem, dass Indien innerhalb der nächsten drei Jahre Deutschland überholen wird und sich damit als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt positioniert.
Indiens Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat bereits beeindruckende rund 4,18 Billionen US-Dollar erreicht und soll bis zum Jahr 2030 auf 7,3 Billionen US-Dollar ansteigen. Diese robuste Wachstumskurve wird durch eine starke wirtschaftliche Leistung in jüngster Zeit untermauert. Im zweiten Quartal des Finanzjahres 2025–26 wuchs Indiens reales BIP um bemerkenswerte 8,2 %, was eine Steigerung von 7,8 % im Vorquartal darstellt und den höchsten Wert seit sechs Quartalen markiert.
Auch der Exportsektor des Landes hat eine erhebliche Stärke gezeigt und maßgeblich zu seinem wirtschaftlichen Aufstieg beigetragen. Die Warenexporte verzeichneten im November einen bemerkenswerten Anstieg auf 38,13 Milliarden US-Dollar, gegenüber 36,43 Milliarden US-Dollar im Januar des Vorjahres. Dieses Exportwachstum wurde hauptsächlich durch Schlüsselsektoren wie Maschinenbauprodukte, Elektronik, Pharmazeutika und Erdölprodukte gestützt, was auf eine diversifizierte und widerstandsfähige Exportbasis hindeutet. Während die offizielle Bestätigung der endgültigen jährlichen BIP-Zahlen im Jahr 2026 noch aussteht, deutet der Internationale Währungsfonds (IWF) unabhängig darauf hin, dass Indien Japan im nächsten Jahr übertreffen wird, was die optimistischen Prognosen der Regierung untermauert. Die Reserve Bank of India (RBI) hat ihre Wachstumsprognose für das Finanzjahr 2025–26 ebenfalls auf 7,3 % angehoben, was die positiven Wirtschaftsaussichten weiter festigt.
Der Haupttreiber für Indiens nachhaltiges Wachstum war die starke Binnennachfrage, die sich durch einen besonders robusten privaten Konsum auszeichnete. Diese innere Stärke hat es der Wirtschaft ermöglicht, trotz anhaltender globaler Handelsunsicherheiten und politischer Schwankungen weltweit zu florieren. Die indische Regierung hat die aktuelle Wirtschaftsphase als seltene „Goldilocks“-Periode bezeichnet, die durch eine einzigartige Kombination aus hohem Wachstum und niedriger Inflation gekennzeichnet ist. Dieses günstige Umfeld wird auf starke Unternehmensbilanzen, stetige Kreditflüsse und kontinuierliche Wirtschaftsreformen zurückgeführt, die Indien strategisch für eine nachhaltige und inklusive Expansion positioniert haben.
Mit Blick auf die Zukunft steht Indien vor der Herausforderung, ausreichend gut bezahlte Arbeitsplätze für seine rasch wachsende junge Bevölkerung zu schaffen. Regierungszahlen zeigen, dass über ein Viertel der 1,4 Milliarden Inder zwischen 10 und 26 Jahre alt sind. Der Bericht äußert sich jedoch optimistisch zu dieser demografischen Dividende und betont: „Als eine der jüngsten Nationen der Welt wird Indiens Wachstumsgeschichte durch seine Fähigkeit geprägt, qualitativ hochwertige Arbeitsplätze zu schaffen, die seine wachsende Erwerbsbevölkerung produktiv aufnehmen und ein integratives, nachhaltiges Wachstum ermöglichen.“ Diese Aussage unterstreicht die entscheidende Bedeutung der Arbeitsplatzschaffung, um das Potenzial seiner jugendlichen Demografie zu nutzen und eine gerechte wirtschaftliche Entwicklung zu gewährleisten.
Quelle: DW, India overtakes Japan as 4th-largest economy, Khmer Times, January 1, 2026.
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