Ein Sondergericht in Pakistan hat den ehemaligen Premierminister und Gründer der Partei Pakistan Tehreek-e-Insaf (PTI), Imran Khan, sowie seine Ehefrau Bushra Bibi am Samstag zu jeweils 17 Jahren Haft in einem Korruptionsfall verurteilt. Die Entscheidung wurde von Gerichtsbeamten bekannt gegeben und folgt auf rund 80 Anhörungen im sogenannten „Toshakhana 2“-Fall. Sonderrichter Central Shahrukh Arjumand verkündete das Urteil, welches für jeden Angeklagten eine zehnjährige Haftstrafe vorsieht, ergänzt durch weitere sieben Jahre Haft gemäß dem Prevention of Corruption Act (PCA) von 1947.
Zusätzlich zu den Haftstrafen wurden Imran Khan und Bushra Bibi zu einer Geldstrafe von insgesamt 16,4 Millionen pakistanischen Rupien verurteilt, was umgerechnet etwa 58.000 US-Dollar entspricht. Das Gericht berücksichtigte bei der Strafzumessung Imran Khans fortgeschrittenes Alter und die Tatsache, dass Bushra Bibi eine Frau ist, und wählte einen milderen Ansatz, um eine geringere Strafe zu verhängen, als möglicherweise erwartet.
Der Kern des Falls dreht sich um die angebliche illegale Aneignung eines wertvollen Schmucksets. Dieses Set wurde dem ehemaligen Premierminister als Geschenk des saudischen Kronprinzen überreicht. Die Federal Investigation Agency (FIA) schätzte den Wert des Schmucksets auf über 250.000 US-Dollar, eine Bewertung, die auch vom Außenministerium bestätigt wurde. Die Staatsanwaltschaft argumentierte jedoch, dass die Angeklagten das Geschenk lediglich von einer privaten Firma für nur 21.000 US-Dollar schätzen ließen und es anschließend zu einem wesentlich höheren Wert verkauften oder behielten.
Dieses Vorgehen führte nach Ansicht der Anklage zu einem erheblichen finanziellen Verlust für die Staatskasse. Der „Toshakhana“-Fall bezieht sich auf die staatliche Schatzkammer, in der Geschenke, die pakistanische Staatsbeamte von ausländischen Würdenträgern erhalten, aufbewahrt werden. Die Gesetze besagen, dass solche Geschenke offengelegt und im Toshakhana deponiert werden müssen, und dass sie nur nach einer offiziellen Bewertung und Zahlung eines bestimmten Prozentsatzes des Wertes erworben werden dürfen. Die Anschuldigungen gegen Khan und seine Frau betreffen die Missachtung dieser Vorschriften und die bewusste Unterschätzung des Wertes, um sich persönlich zu bereichern.
Dieses Urteil stellt einen weiteren Rückschlag für Imran Khan dar, der seit seiner Absetzung durch ein Misstrauensvotum im April 2022 mit mehreren Gerichtsverfahren konfrontiert ist. Seine politische Zukunft bleibt nach dieser Verurteilung ungewiss, und die Auswirkungen auf die politische Landschaft Pakistans sind erheblich.
Quelle: Xinhua, Imran Khan, wife get 17 years in graft case, Khmer Times, December 22, 2025.
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