Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat eine düstere Prognose für das Wirtschaftswachstum Kambodschas veröffentlicht, das sich in den kommenden Jahren voraussichtlich erheblich verlangsamen wird. Nach einem soliden Wachstum von 6 Prozent im Jahr 2024 wird erwartet, dass die kambodschanische Wirtschaft im Jahr 2025 auf 4,8 Prozent und im Jahr 2026 weiter auf 4 Prozent abrutscht. Diese signifikante Abwärtskorrektur spiegelt eine zunehmende Anfälligkeit der Wirtschaft wider, die durch eine Vielzahl von externen und internen Faktoren ausgelöst wird.
Die Hauptursachen für diese projizierte Verlangsamung sind vielschichtig. Dazu gehören eine ausgeprägte Exportvolatilität, ein spürbarer Rückgang der Überweisungen aus dem Ausland, eine allgemeine Abschwächung des entscheidenden Tourismussektors sowie eine gedämpfte Binnennachfrage. Der IWF hebt hervor, dass eine Kombination aus globalen Handelsstörungen, anhaltenden regionalen Grenzspannungen und einem nur schwach wachsenden Kreditmarkt die strukturellen Schwächen der kambodschanischen Wirtschaft offenbart hat. Erste klare Anzeichen dieser wirtschaftlichen Eintrübung zeichnen sich bereits für die zweite Hälfte des Jahres 2025 ab, was die Dringlichkeit der Situation unterstreicht.
Die spezifische Begründung für die Abwärtsrevision der Wachstumsprognosen liegt in den erwarteten Verlusten bei den Überweisungen, die traditionell eine wichtige Stütze der Haushaltseinkommen und der Konsumausgaben darstellen. Gleichzeitig wird der Tourismus-Sektor, ein weiterer bedeutender Devisenbringer, voraussichtlich weiterhin unter Druck stehen. Beide Entwicklungen werden die Binnennachfrage maßgeblich beeinträchtigen. Ein weiterer kritischer Punkt sind die Auswirkungen von Zöllen, die die Exporterlöse mindern und die Profitmargen der kambodschanischen Hersteller erheblich belasten. Als konkretes Beispiel hierfür wird die Einführung eines 19-prozentigen Zolls auf alle Importwaren aus Kambodscha durch die Vereinigten Staaten am 1. August angeführt, eine Maßnahme, die die Exportmärkte des Landes direkt beeinflusst.
Angesichts dieser Herausforderungen betont das IWF die unerlässliche Notwendigkeit einer umsichtigen Fiskal- und Geldpolitik. Diese politischen Maßnahmen müssen durch umfassende Strukturreformen ergänzt werden, um die makroökonomische Stabilität zu sichern und die Widerstandsfähigkeit Kambodschas gegenüber zukünftigen externen Schocks nachhaltig zu stärken. Es werden kurzfristige Strategien empfohlen, die darauf abzielen, die unmittelbaren Auswirkungen externer Erschütterungen abzufedern. Parallel dazu muss jedoch das langfristige Fundament für eine verbesserte mittelfristige Wettbewerbsfähigkeit der kambodschanischen Wirtschaft gelegt werden, um dauerhaftes Wachstum zu ermöglichen.
Abschließend prognostiziert der IWF, dass die Inflation in Kambodscha im Jahr 2025 moderat ansteigen wird, bevor sie sich im darauffolgenden Jahr 2026 voraussichtlich wieder entspannt. Die Fähigkeit Kambodschas, diese Herausforderungen zu meistern, wird entscheidend sein für die wirtschaftliche Zukunft und das Wohl der Bevölkerung des Landes.
Quelle: Xinhua, IMF projects slow growth for Cambodia due to trade disruptions, border tensions, Khmer Times, November 27, 2025.
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