Entlang der thailändisch-kambodschanischen Grenze sind Hunderttausende von Menschen aufgrund anhaltender und sich verschärfender Kämpfe vertrieben worden. In der thailändischen Provinz Buriram, im Chang International Circuit, der normalerweise Motorsportveranstaltungen beherbergt, wurde ein provisorisches Lager für etwa 15.000 Vertriebene aus Grenzgemeinden eingerichtet. Die Stimmung im Lager ist trotz Musik einer Live-Band gedrückt, da die Bewohner ihre Häuser überstürzt verlassen mussten.
Eine Evakuierte, Yuan Bowornrat, berichtete schockiert, wie sie kaum Zeit hatte, ihre Habseligkeiten zu sammeln, als die Kämpfe gefährlich nahe rückten. In ihrem Heimatdorf Sai Kut, weniger als 15 km von der Grenze entfernt, herrscht gespenstische Stille, unterbrochen von Artilleriefeuer. Nur wenige Bewohner wie Nayong Haengprakhom, der seine Tiere nicht verlassen wollte, sind geblieben und suchen Schutz in Bunkern.
Auch auf kambodschanischer Seite, im Bezirk Srei Snam an der Grenze zur Provinz Siem Reap, fliehen Zivilisten massenhaft in Notunterkünfte. Für einige, wie Ser Sreynin aus einem Hilfszentrum in Oddar Meanchey, ist dies bereits die zweite Vertreibung seit Juli. Sie berichtet von einer intensiveren und furchteinflößenderen Erfahrung, da zivile Gebiete stärker betroffen sind.
Die schwersten Kämpfe in Thailand konzentrieren sich auf die Provinz Sisaket, insbesondere den Distrikt Kanthalarak, der als „rote Zone“ ausgewiesen wurde. Journalisten, die Zugang erhielten, mussten Schutzkleidung tragen. Im Dorf Ban Nong Mek, weniger als 10 km von der Grenze entfernt, sind die Zerstörungen deutlich sichtbar: Einschlaglöcher von Raketen, mit Granatsplittern durchsiebte Häuser und Trümmer prägen das Bild. Ein 63-jähriger Zivilist kam dort als erstes Opfer ums Leben, als er in seinem Garten von einem Granatsplitter getroffen wurde.
In Kambodscha wurden in der Provinz Banteay Meanchey Berichten zufolge erstmals seit Juli Märkte und Schulen getroffen. Bewohner suchen in Pagoden, die zu Notlagern umfunktioniert wurden, Schutz. Lokale Behörden und Freiwillige versuchen, die Grundbedürfnisse der Vertriebenen mit Wasserfiltersystemen und der Verteilung von Nahrungsmitteln zu decken. Trotz der Entschlossenheit der Helfer wächst die Sorge, dass die Hilfsbemühungen durch die Eskalation der Kämpfe überfordert werden könnten. Die Zukunft bleibt für die Vertriebenen auf beiden Seiten der Grenze ungewiss.
Quelle: Leong Wai Kit & Saksith Saiyasombut, Hundreds of thousands displaced along Thailand-Cambodia border as fierce fighting continues, CNA, 19. Dezember 2025.
Link zum Artikel
