Der bilaterale Handel zwischen Kambodscha und Thailand erreichte im vergangenen Jahr rund 3,6 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Rückgang von weniger als 15 Prozent gegenüber 4,2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024, und das trotz anhaltender Grenzkonflikte und erheblicher Störungen. Dies deutet auf eine überraschende Widerstandsfähigkeit im bilateralen Handel hin, da politische Spannungen und strenge Sicherheitsmaßnahmen nur begrenzte Auswirkungen auf die gesamten Handelsströme hatten.
Kambodschas Exporte nach Thailand beliefen sich auf etwa 732 Millionen US-Dollar, ein Rückgang von 14,1 Prozent gegenüber 853 Millionen US-Dollar im Jahr 2024. Umgekehrt beliefen sich die Importe aus Thailand auf etwa 2,92 Milliarden US-Dollar, was einer Reduzierung um 15 Prozent gegenüber 3,44 Milliarden US-Dollar im Vorjahr entspricht. Obwohl die prozentualen Rückgänge für beide Nationen ähnlich waren, erlitt Thailand in absoluten Zahlen einen größeren finanziellen Verlust, da es einen deutlich größeren Handelsanteil an der bilateralen Beziehung hat.
Der Grenzkonflikt eskalierte am 23. Juni letzten Jahres und führte dazu, dass Thailand einseitig mehrere Landgrenzübergänge schloss, darunter den wichtigen internationalen Grenzübergang Poipet-Aranyaprathet. Diese Schließungen wurden durch zunehmende Territorialstreitigkeiten, bewaffnete Auseinandersetzungen und erhöhte Sicherheitsbedenken ausgelöst, die informelle und kleine grenzüberschreitende Aktivitäten stark beeinträchtigten. Die Spannungen weiteten sich später auf Küstengebiete aus, wobei das thailändische Militär Zonen im Golf von Thailand in der Nähe kambodschanischer Häfen als Hochrisikogebiete auswies und am 14. Dezember Seeverkehrsbeschränkungen verhängte, um Versorgungswege zu stören. Daraufhin stellten die staatlich verbundenen thailändischen Energieunternehmen PTT und Bangchak die Kraftstoffexporte nach Kambodscha ein, unter Berufung auf die nationale Sicherheit. Diese koordinierten Maßnahmen des thailändischen Nationalen Sicherheitsrats und des thailändischen Marinevollzugskommandos zielten darauf ab, die Seebewegung von Kraftstoff und militärbezogenen Gütern einzuschränken.
Trotz dieser erheblichen Hindernisse, einschließlich eines kambodschanischen Boykotts thailändischer Produkte, zeigen die gesamten Handelszahlen, dass formelle Handelsströme, wesentliche Importe und alternative Logistiknetzwerke in der Lage waren, sich anzupassen und den Betrieb aufrechtzuerhalten. Diese Anpassungsfähigkeit stellte sicher, dass der bilaterale Handel relativ robust blieb, was darauf hindeutet, dass der langwierige Konflikt und die Sicherheitsmaßnahmen die umfassende Handelsbeziehung zwischen den beiden südostasiatischen Nachbarn nicht grundlegend untergruben. Die Daten unterstreichen die zugrunde liegende Stärke der Wirtschaftsbeziehungen, die auch inmitten politischer Instabilität weiterhin effektiv funktionierten.
Quelle: Nhean Chamrong, Cambodia-Thailand trade hits $3.6B despite border conflict, Khmer Times, January 13, 2026.
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