Globaler Süden: Mehrdeutigkeit als strategische Stärke, sagt Experte

Globaler Süden: Mehrdeutigkeit als strategische Stärke, sagt Experte

In einer aktuellen Podiumsdiskussion über „Der Aufstieg des Globalen Südens und seine Implikationen für die Beziehungen zwischen Japan und ASEAN“ betonte Chheng Kimlong, Präsident des Asian Vision Institute (AVI), dass die bewusst flexible Definition des „Globalen Südens“ keine Schwäche, sondern ein strategischer Vorteil ist. Laut Kimlong ermöglicht diese Mehrdeutigkeit verschiedenen Ländern, darunter Kambodscha, die Teilnahme an einer breiten, sich entwickelnden Koalition, ohne an starre geopolitische Blöcke gebunden zu sein. Eine zu starre Definition würde die Handlungsfähigkeit des Globalen Südens einschränken, da sie dessen globale Reichweite und Flexibilität beeinträchtigen könnte.

Kimlong hob Kambodschas langjährige Unterstützung für Japans regionale Vision hervor, insbesondere den Rahmen für einen freien und offenen Indopazifik (FOIP). Kambodscha war das erste Land, das diesen Rahmen von Anfang an unterstützte, was die starken und robusten Beziehungen zwischen Kambodscha und Japan als „vertrauenswürdigste Partner“ unterstreicht. Angesichts Indiens „Act East“-Agenda forderte Kimlong Japan auf, einen „Act South“-Ansatz in Betracht zu ziehen. Dieser Ansatz würde den Globalen Süden als eine neue Grenze für Diplomatie, wirtschaftliche Zusammenarbeit und strategische Neuausrichtung anerkennen und somit Japans Engagement in dieser aufstrebenden Region verstärken.

Kambodschas Beiträge zum ASEAN-geführten Multilateralismus werden oft unterschätzt, so Kimlong. Er verwies auf die aktive Rolle des Königreichs in den ASEAN+1-Prozessen und seine maßgebliche Arbeit bei der Förderung der regionalen Handelsintegration. Die Führungsrolle Kambodschas bei frühen Diskussionen, die letztendlich die Regionale Umfassende Wirtschaftspartnerschaft (RCEP) prägten, war ein solches Beispiel. Kambodscha wurde als führendes Mitglied der ASEAN bei der Förderung des Dialogs wahrgenommen, wobei auch die Rolle des ehemaligen Handelsministers Pan Sorasak bei der Wiedereingliederung Kambodschas in globale Handelsrahmen wie ASEAN und WTO hervorgehoben wurde. Diese Initiativen haben Kambodschas Position als wichtigen Akteur in der regionalen und globalen Wirtschaft gefestigt.

Abschließend wies Kimlong auf das wachsende Interesse der EU am Engagement des Globalen Südens hin und schlug vor, dass Kambodscha gut positioniert sei, um neue interregionale Verbindungen zu erleichtern. Rückblickend auf Kambodschas Entwicklung seit den von der UN unterstützten Wahlen von 1993, bei denen Japan eine wichtige Rolle spielte, stellte Kimlong fest, dass sich das Land „massiv verwandelt“ hat und heute ein aktiver Akteur ist, der Brücken zwischen dem Globalen Norden und Süden bauen kann. Diese Entwicklung unterstreicht Kambodschas Potenzial, als strategische Brücke die Kooperation und Konnektivität zwischen verschiedenen Regionen zu fördern.

Quelle: Khmer Times, Ambiguous definition of Global South a strength, says expert, Khmer Times, 27. November 2025.
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