Fährenunglück in Laos: Touristen nach fatalem Sinken gerettet

Fährenunglück in Laos: Touristen nach fatalem Sinken gerettet

Ein tragisches Fährunglück ereignete sich am vergangenen Donnerstag auf dem Mekong in Laos, als ein Boot mit über 140 Personen, mehrheitlich Touristen, kenterte. Es geschah auf der beliebten Route von Huay Xay zur historischen Stadt Luang Prabang, als die Fähre unter Wasser liegende Felsen traf und innerhalb weniger Minuten sank. Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen mit Schreien, weinenden Kindern und verzweifelten Passagieren, die ihre Habseligkeiten zu retten versuchten.

Ein französischer Tourist namens Anthonin beklagte die mangelnde Sicherheitsausstattung an Bord: Für über 140 Passagiere gab es nach seinen Angaben maximal 15 Rettungswesten. Er sah eine laotische Mutter und ihre zwei Kinder, die später auf dem Rettungsboot fehlten. Laotische Medien bestätigten später den Fund der Leiche der Frau, Pany Her, und eines einjährigen Kindes in der Nähe von Luang Prabang; ein weiteres Kind wird noch vermisst.

Ein weiteres erschreckendes Detail war, dass ein erstes vorbeifahrendes Boot nicht anhielt, um Hilfe zu leisten. Erst ein zweites Boot kam den Verunglückten zur Hilfe. Der britische Tourist Bradley Cook schilderte, wie die Annäherung des Rettungsbootes zu einer kritischen Situation führte: Passagiere verschoben ihr Gewicht auf eine Seite der sinkenden Fähre, wodurch Wasser noch schneller in den Rumpf eindrang. Er rettete sich auf das Dach der Fähre und sprang von dort auf das Rettungsboot. Andere schwammen zum Rettungsboot oder wurden an Bord gezogen.

Anthonin, der anderen beim Bergen von Gepäck half, zeigte sich zutiefst betroffen über die vermissten Personen. Gabrielius Baranovičius, ein litauischer Tourist, erzählte, wie seine anfängliche Gelassenheit schnell in Ernsthaftigkeit umschlug, als ihm das Ausmaß der Katastrophe bewusst wurde. Er filmte zunächst, legte die Kamera aber weg, um anderen im Wasser zu helfen.

Zehntausende Touristen nutzen jährlich die Bootsverbindungen auf dem 300 Kilometer langen Mekongabschnitt zwischen Huay Xay, Pak Beng und Luang Prabang. Für viele war die Erfahrung, wie für Bradley Cook, "erschreckend" und eine ständige Erinnerung an ihre knappe Flucht. Er plant, Versicherungsansprüche für verlorene Gegenstände und Bargeld geltend zu machen, obwohl er unsicher ist, wer die Verantwortung trägt.

Es ist nicht das erste Unglück dieser Art in Laos. Bereits im September 2023 kenterte ein Passagierboot auf derselben Flussroute im Bezirk Pakbeng, wobei ebenfalls drei Menschen ums Leben kamen. Damals soll sich das Boot in einem Fischernetz verfangen haben, was zum Kontrollverlust und Kentern in starken Strömungen führte. Die jüngste Katastrophe unterstreicht erneut die Sicherheitsbedenken auf den touristischen Fährverbindungen in der Region.

Quelle: Sen Nguyen, Laos ferry disaster: Screams for help and panic as tourists rescued from fatal sinking, BBC News, Aktuell.
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