Chinesische Investoren erkunden Kambodscha für medizinische Handschuhfabrik

Chinesische Investoren erkunden Kambodscha für medizinische Handschuhfabrik

Chinesische Investoren der Shijiazhuang Hongray Group Co. Ltd. haben Kambodscha erneut besucht, um das lokale Investitionsumfeld und das Marktpotenzial für die Errichtung einer medizinischen Handschuhfabrik umfassend zu evaluieren. Das Unternehmen, das auf eine etwa 30-jährige Erfahrung in der Herstellung von Medizinhandschuhen für den Export in die Vereinigten Staaten und die Europäische Union zurückblickt, plant die Einrichtung von zehn Produktionslinien. Dies markiert die zweite Machbarkeitsstudie der Gruppe in dem südostasiatischen Königreich, was ihr ernsthaftes Interesse an einer Expansion in der Region unterstreicht.

Die Delegation der Shijiazhuang Hongray Group traf sich mit Chea Vuthy, dem Generalsekretär des kambodschanischen Investitionsausschusses (CIB) des Rates für die Entwicklung Kambodschas (CDC). Vuthy begrüßte die chinesischen Investoren und würdigte die proaktiven Bemühungen der Jiangsu Chinese Entrepreneurs Association in Kambodscha, die maßgeblich dazu beigetragen hat, Investitionen aus der Provinz Jiangsu nach Kambodscha zu lenken. Dai Shuming, der stellvertretende Generaldirektor der Hongray Group, betonte während des Treffens, dass das Hauptziel dieses erneuten Besuchs darin bestehe, einen optimalen Standort für die geplante Fertigungsanlage zu finden.

In seiner Antwort bekräftigte Chea Vuthy die volle Unterstützung der kambodschanischen Regierung für das Investitionsprojekt. Er unterbreitete der Shijiazhuang Hongray Group mehrere strategische Vorschläge: Das Unternehmen könnte die Entwicklung einer eigenen Sonderwirtschaftszone (SWZ) in Betracht ziehen, um einen spezifischen Industriepark für verwandte Unternehmen zu schaffen und eine integrierte Lieferkette aufzubauen. Alternativ dazu könnte ein Standort innerhalb einer bereits bestehenden SWZ mit ausgereifter Infrastruktur gewählt werden. Vuthy riet zudem dazu, einen Standort mit geringer Bevölkerungsdichte zu bevorzugen, um potenzielle negative Umweltauswirkungen der Produktionsprozesse zu minimieren. Ein weiterer wichtiger Aspekt, den das Unternehmen berücksichtigen sollte, ist die zuverlässige Beschaffung von Rohmaterialien, wie beispielsweise Holzspänen, die zur Energieversorgung der Produktionslinien benötigt werden.

Diese Investitionsgespräche finden vor dem Hintergrund einer dynamischen, aber auch herausfordernden bilateralen Handelsbeziehung zwischen Kambodscha und China statt. Aktuelle Daten der Generaldirektion für Zoll und Verbrauchsteuern (GDCE) zeigen, dass der bilaterale Handel im Jahr 2025 beeindruckende 19 Milliarden US-Dollar überstieg, was einem signifikanten jährlichen Anstieg von 29 Prozent entspricht. Der gesamte Handelsumsatz zwischen Januar und Dezember 2025 erreichte 19,73 Milliarden US-Dollar, ein deutlicher Anstieg gegenüber 15,18 Milliarden US-Dollar im Vorjahreszeitraum 2024. Dies verdeutlicht die weiterhin starke wirtschaftliche Bindung zwischen Phnom Penh und Peking.

Trotz dieser positiven Wachstumszahlen zeigt die Analyse der Handelsbilanz ein wachsendes Ungleichgewicht. Die kambodschanischen Exporte nach China verzeichneten einen Rückgang von 3,6 Prozent auf 1,68 Milliarden US-Dollar, während die Importe aus China um 34,3 Prozent auf 18,04 Milliarden US-Dollar explodierten. Dieses Ungleichgewicht hat das Handelsdefizit Kambodschas mit seinem größten Handelspartner weiter vertieft. Dennoch signalisiert die fortgesetzte Investitionsbereitschaft chinesischer Unternehmen wie der Shijiazhuang Hongray Group die strategische Bedeutung Kambodschas als Produktionsstandort und das Potenzial für eine Diversifizierung der kambodschanischen Wirtschaft durch ausländische Direktinvestitionen.

Quelle: Mom Kunthea, Chinese investors explore Cambodia for medical glove factory, Khmer Times, January 16, 2026.
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