Die chinesische Wirtschaft zeigt trotz zahlreicher Herausforderungen eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Dies betonte Malissa, die Chefökonomin der Weltbank für China, in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Xinhua in Peking. Die Weltbank hat kürzlich ihre Wachstumsprognosen für China weiter nach oben korrigiert, was die positive Entwicklung unterstreicht.
In ihrem neuesten China Economic Update vom 11. Dezember hob die Weltbank die Wachstumserwartungen für die chinesische Wirtschaft für das Jahr 2025 um 0,4 Prozentpunkte an. Dies ist bereits die zweite Anpassung nach oben in diesem Jahr und spiegelt wider, dass die Wirtschaftsleistung Chinas die ursprünglichen Prognosen übertroffen hat. Malissa bezeichnete „Resilienz“ als das Schlüsselwort für Chinas Wirtschaftsleistung in diesem Jahr.
Diese Widerstandsfähigkeit sei auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Zum einen habe die chinesische Regierung verstärkte makroökonomische Maßnahmen ergriffen, um externen „Gegenwind“ abzufedern. Dazu gehören eine proaktivere Fiskalpolitik und eine moderat expansive Geldpolitik, die dazu beigetragen haben, den Binnenkonsum und die Investitionen anzukurbeln. Zum anderen hat China seine Exportmärkte diversifiziert, wobei der Export in Schwellenländer die Gesamtleistung der Ausfuhren stützt.
Darüber hinaus spielen kontinuierliche Reformen eine entscheidende Rolle. Die Weltbank registrierte Maßnahmen zur Stärkung des sozialen Sicherungssystems, wie die Anhebung der Basisrenten für Stadt- und Landbewohner, die Einführung von Kinderbetreuungszuschüssen und die Förderung kostenloser Vorschulbildung. Diese Maßnahmen sollen präventive Ersparnisse reduzieren und den Binnenkonsum nachhaltiger ankurbeln. Gleichzeitig fördert China durch den Aufbau eines landesweit einheitlichen Marktes und die Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs das Vertrauen des Privatsektors und private Investitionen, was zur Stabilisierung der Beschäftigung beiträgt.
Eine tiefere Quelle der Resilienz sieht Malissa in Chinas starken Humanressourcen und seiner Innovationskraft. China habe ein Innovationsökosystem aufgebaut, das Spitzenforschung vorantreibt und künftig stärker auf Innovation zur Steigerung der Produktionseffizienz setzen wird. Interessanterweise entfällt etwa ein Drittel der neuen ausländischen Direktinvestitionen (FDI) in China auf Hochtechnologiebereiche, was das Vertrauen internationaler Investoren in Chinas Hightech-Sektor widerspiegelt.
Für den 15. Fünfjahresplan Chinas legt Malissa den Fokus auf die „hochwertige Entwicklung“, insbesondere auf konsumgesteuertes Wachstum, innovative Transformation und kohlenstoffarme Entwicklung, die viele neue Entwicklungschancen bergen. Der Übergang von einem schnellen zu einem robusteren, qualitätsorientierteren Wachstumsmodell sei nachhaltiger. Die grüne und kohlenstoffarme Transformation schreitet voran, mit einer stabilen Entwicklung erneuerbarer Energien und der Dekarbonisierung in den Bereichen Strom und Schwerindustrie, was weitere Wachstums- und Beschäftigungsmöglichkeiten schafft.
Auch für 2026 hob die Weltbank ihre Wachstumserwartung um 0,4 Prozentpunkte an, da die makroökonomischen Politiken und Strukturreformen weiterhin Wirkung zeigen werden. Langfristig bleibe Chinas Wirtschaftswachstumspotenzial erheblich, gestützt durch technologische Innovation und Effizienzsteigerungen bei der Ressourcenallokation.
Malissa betonte abschließend die „sehr wichtige“ Rolle Chinas für das globale Wirtschaftswachstum. China spiele eine zentrale Rolle in globalen Wertschöpfungs- und Lieferketten, exportiere nicht nur Waren, sondern investiere auch aktiv im Ausland und bringe mehr Technologie und Fähigkeiten weltweit ein. Die Weltbank werde die Entwicklung Chinas weiterhin aufmerksam verfolgen.
Quelle: 于佳欣, 任军, 庞元元, 中国经济呈现显著韧性——访世界银行中国首席经济学家米丽莎, Khmer Times, Aktuell.
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