Der in den USA angeklagte Tycoon Chen Zhi, Vorsitzender der Prince Group, wurde nach seiner Auslieferung aus Kambodscha in China verhaftet und in Handschellen sowie mit Kapuze im chinesischen Fernsehen gezeigt. Seine Festnahme ist ein bedeutender Schritt im globalen Kampf gegen ausgedehnte Betrugskomplexe in Südostasien, die Zehntausende von zumeist verschleppten Arbeitern zur Durchführung von Cyberbetrügereien einsetzen. Gleichzeitig ordneten die kambodschanischen Behörden die Liquidation der von Chen gegründeten Prince Bank an, die mit einem riesigen „Scam Centre“-Netzwerk in Verbindung gebracht wird.
Die Auslieferung von Chen Zhi erfolgte nach monatelangen gemeinsamen Ermittlungen zwischen Kambodscha und China. Obwohl die genauen Anklagen in China noch unklar sind, betonten beide Länder ihre Absicht, die grenzüberschreitende Betrugsbekämpfung zu verstärken. Die chinesische Öffentlichkeitssicherheitsbehörde bezeichnete Chens Verhaftung als großen Erfolg der Rechtszusammenarbeit und kündigte weitere Festnahmen wichtiger Mitglieder seiner kriminellen Gruppe an.
Die Prince Bank, mit Vermögenswerten von rund einer Milliarde Dollar, wurde von der National Bank of Cambodia unter Liquidation gestellt, wobei der normale Geldverkehr für Kunden gewährleistet ist. Chen Zhi war im Oktober von Washington und London sanktioniert worden, da er mutmaßliche Cyberbetrügereien leitete, bei denen Hunderte von Menschen nach Kambodscha verschleppt wurden. Die USA werfen ihm Drahtbetrug und Geldwäsche in Milliardenhöhe vor, bei denen etwa 127.271 Bitcoin, im Wert von über 11 Milliarden US-Dollar, involviert waren. Bei einer Verurteilung drohen ihm bis zu 40 Jahre Haft in den USA.
Diese Betrugsmaschen, oft als „Pig Butchering“ bekannt, bauen über längere Zeit Vertrauen bei den Opfern auf, bevor deren Gelder gestohlen werden. Die Operationen haben weltweit Milliardenverluste verursacht. Berichte von Amnesty International zeigen, dass in Kambodscha mindestens 53 solcher Betrugskomplexe existieren, in denen Menschenhandel, Zwangsarbeit und Folter an der Tagesordnung sind. Experten schätzen, dass Zehntausende in dieser Multimilliarden-Dollar-Industrie arbeiten, teils freiwillig, teils verschleppt.
Seit 2015 operierte die Prince Group in über 30 Ländern unter dem Deckmantel legitimer Geschäfte in den Bereichen Immobilien und Finanzdienstleistungen. Chen und seine Führungskräfte sollen politischen Einfluss und Bestechung genutzt haben, um illegale Operationen zu schützen. Chen war Berater des kambodschanischen Premierministers Hun Manet und seines Vaters Hun Sen, seine kambodschanische Staatsbürgerschaft wurde jedoch im Dezember entzogen. Kritiker und Experten wie Jacob Daniel Sims weisen auf die starke Unterstützung der kambodschanischen Regierung für viele dieser Betrugskomplexe hin und fordern anhaltenden internationalen Druck.
Quelle: Agencies/rl/rk/dc, China TV shows alleged scam kingpin Chen Zhi handcuffed and hooded after arrest and extradition from Cambodia, CNA, 08. Januar 2026.
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